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Vortragsreihe zu Sprache, Migration und Vielfalt

Poster »mittwochs um vier«, Sommersemester 2018

Kritische, historische und pädagogische Annäherungen

Als semesterübergreifendes Begleitprogramm bietet die LeibnizWerkstatt eine Veranstaltungsreihe zur Sprache, Migration und Vielfalt an. »mittwochs um vier« richtet sich an Teilnehmende der Blockveranstaltungen des Projekts sowie an alle weiteren Interessierten innerhalb und außerhalb der Leibniz Universität Hannover.

Gewünscht ist eine Vernetzung und ein Austausch unter Erfahrenen und Einsatzwilligen, die sich für Geflüchtete engagieren, sich zur Schnittstelle Migration und Sprachen informieren wollen und einen mehrperspektivischen Zugang anstreben. 

Im Sommersemester 2018 sind Vortragende aus der Leibniz Universität Hannover, aus weiteren bundesrepublikanischen Universitäten sowie aus dem Ausland eingeladen. Allen gemeinsam ist das Forschungsinteresse sowie die Praxisnähe bei den Schnittpunkten Sprachen und Migration aus historischer bzw. pädagogischer Perspektive.

Auf dieser Seite finden Sie die Liste der Beitragenden, die Resümees sowie die Abstracts von allen Vorträgen. Die Abstracts sind zudem diesem Booklet und Informationen zu den einzelnen Vortragenden den Angaben zu Beitragenden zu entnehmen.

Ort: Raum 103 im Conti-Hochhaus (Gebäude 1502) am Königsworther Platz 1.

Alle sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termine Sommersemester 2018

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20.06.2018 Die begriffslose Gesellschaft - Prof. Dr. Detlev Claussen

Die begriffslose Gesellschaft: Über Identität, Kultur und Volk
Prof. Dr. (em.) Detlev Claussen (Institut für Soziologie)

Wir leben in einer Gesellschaft, die keinen Begriff von sich selber hat. Auf der Suche nach einem Fixpunkt im raschen gesellschaftlichen Wandel kam Mitte der siebziger Jahre der Ausdruck »Identität« in Mode, der individuelles und kollektives Selbstverständnis kennzeichnen sollte. Das emanzipatorische Stichwort verkehrte sich schnell. Identität wurde zu einem Bedeutungsträger des Ethnonationalismus. Auf diese Weise veränderten sich auch die gängigen Vorstellungen von Kultur und Nation – sie wurden unter der Hand ethnisiert.

Zur Person

Prof. Dr. Detlev Claussen studierte an der Universität Frankfurt am Main, promovierte 1978 und habilitierte sich 1985 an der Universität Hannover. Nach seiner Lehrtätigkeit an den Universitäten Göttingen, Duisburg und Marburg hatte er seit 1994 den Lehrstuhl für Gesellschaftstheorie, Kultur- und Wissenschaftssoziologie am Institut für Soziologie der Universität Hannover inne. Von 1966 bis zu dessen Selbstauflösung 1970 war er Mitglied im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), von 1973 bis 1990 Mitglied im Sozialistischen Büro und in der Redaktion der Zeitschrift links. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Antisemitismus, Xenophobie, Nationalismus, Rassismus, Migrationsbewegungen, Kultur- und Wissenschaftssoziologie, Gesellschaftstheorie und Psychoanalyse.

27.06.2018 Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs - Dr. Mahzad Hoodgarzadeh

Vom »dritten Stuhl« zur Parkbank - Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs
Dr. Mahzad Hoodgarzadeh (Arbeitsstelle DiversitAS)

Kinder mit eigenem oder familiärem Migrationshintergrund werden schnell als leistungsschwache Schülerinnen und Schüler abgestempelt. Jedoch zeigen Schüler_innen, deren Eltern u. a. aus dem Iran kommen, das Gegenteil. Sie zeichnen sich durch ihre überdurchschnittlichen schulischen Leistungen aus. Doch wie hängt das eine mit dem anderen zusammen? Wie hängen Herkunft und Schulleistungen zusammen? Wie sieht der Zusammenhang vom kulturellen und ökonomischen Kapital aus? Ausgewählte Bildungsbiografien und Bildungsgeschichten iranischstämmiger Familien zeigen, dass Bildungsaspiration historisch und innenfamiliär tradiert und sozial vererbt wird, wodurch auch der Bildungserfolg erklärbar wird.  

Zur Person

Dr. Mahzad Hoodgarzadeh, promovierte Geisteswissenschaftlerin, befasst sich zurzeit in der öffentlichen Verwaltung mit den Bedarfen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ihre Themenschwerpunkte sind u. a. Fachkräftebedarf, Wissensmanagement und attraktive Arbeitgebende. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Vechta und ist Autorin des Bandes Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs. Eine generationsübergreifende Darstellung am Beispiel iranischstämmiger Familien, der in der Reihe »Bildung in der Weltgesellschaft« erschien.

04.07.2018 Migration im Globalen Süden - Prof. Dr. Linda Chisholm

Migration im Globalen Süden - Migration within the South
Prof. Dr. Linda Chisholm (University of Johannesburg, South Africa)

Current debates on refugees in Europe are dominated by discussions of migrations from the South to the North - with the increasing recognition that understanding the contexts of migration is as significant as their impact on receiver countries in the North. However, these approaches still tend to be instrumentally linked to European security concerns without adequate appreciation of the even more significant migration dynamics in the South. And whereas knowledge of migration and displacement within Africa has advanced, there is little recognition of the politics of reception of migrants within African contexts. These are varied.

However, since its transition to majority rule in 1994, South Africa has become the destination for millions of migrants and refugees from across the African continent. Despite its progressive legislation in conformity with international norms, South African society has extremely high levels of xenophobia that exploded violently in 2008. The less visible, everyday experience of xenophobia was documented by Jonny Steinberg in his memorable ethnographical history of a Somalian refugee in South Africa, A Man of Good Hope (2015).This presentation will be the first of two, and will sketch the broader context and tropes of migration in this southern context.

Zur Person

Linda Chisholm is a Professor in the Centre for Education Rights and Transformation at the University of Johannesburg, South Africa. Her research has focused on the historical and comparative dimensions of education policy, curriculum and gender in South Africa.

11.07.2018 Menschenrechte, »westliche Werte« und Geflüchtete - PD Dr. Eva Kalny

Menschenrechte, »westliche Werte« und Geflüchtete
PD Dr. Eva Kalny (Institut für Didaktik der Demokratie)

Die Darstellung von Menschenrechten als Produkt westlicher Geschichte und Werte greift zu kurz: sie verschleiert die Rolle eben derselben westlichen Staaten an Kolonialismus, Sklaverei, postkolonialer Ausbeutung und anderen menschenverachtenden Praktiken sowie deren ideologische Legitimierung. Zudem leugnet sie die Tatsache, dass eine Vorstellung über die grundsätzliche Gleichwertigkeit aller Menschen in zahlreichen Traditionen und Religionen zu finden ist. An europäische Traditionen und Werte wird meist mit dem Gestus der Überlegenheit appelliert – ein Widerspruch zur Grundidee der Menschenrechte. Koloniale Bilder bestehen teilweise weiter und beeinflussen diese Vorstellungen über Geflüchtete. In diesem Vortrag wird die einseitige eurozentrische Geschichtserzählung unter die Lupe genommen und schrittweise zurechtgerückt.

Zur Person

PD Dr. Eva Kalny vom Institut für Didaktik der Demokratie befasst sich theoretisch und praktisch mit unterschiedlichen Aspekten von Menschenrechten in Lateinamerika und Europa. Sie hat über soziale Bewegungen in Guatemala habilitiert und entwickelt Lehre über und gegen antimuslimischen Rassismus.

20.06.2018 Die begriffslose Gesellschaft - Prof. Dr. Detlev Claussen

Die begriffslose Gesellschaft: Über Identität, Kultur und Volk
Prof. Dr. (em.) Detlev Claussen (Institut für Soziologie)

Wir leben in einer Gesellschaft, die keinen Begriff von sich selber hat. Auf der Suche nach einem Fixpunkt im raschen gesellschaftlichen Wandel kam Mitte der siebziger Jahre der Ausdruck »Identität« in Mode, der individuelles und kollektives Selbstverständnis kennzeichnen sollte. Das emanzipatorische Stichwort verkehrte sich schnell. Identität wurde zu einem Bedeutungsträger des Ethnonationalismus. Auf diese Weise veränderten sich auch die gängigen Vorstellungen von Kultur und Nation – sie wurden unter der Hand ethnisiert.

Zur Person

Prof. Dr. Detlev Claussen studierte an der Universität Frankfurt am Main, promovierte 1978 und habilitierte sich 1985 an der Universität Hannover. Nach seiner Lehrtätigkeit an den Universitäten Göttingen, Duisburg und Marburg hatte er seit 1994 den Lehrstuhl für Gesellschaftstheorie, Kultur- und Wissenschaftssoziologie am Institut für Soziologie der Universität Hannover inne. Von 1966 bis zu dessen Selbstauflösung 1970 war er Mitglied im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), von 1973 bis 1990 Mitglied im Sozialistischen Büro und in der Redaktion der Zeitschrift links. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Antisemitismus, Xenophobie, Nationalismus, Rassismus, Migrationsbewegungen, Kultur- und Wissenschaftssoziologie, Gesellschaftstheorie und Psychoanalyse.

27.06.2018 Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs - Dr. Mahzad Hoodgarzadeh

Vom »dritten Stuhl« zur Parkbank - Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs
Dr. Mahzad Hoodgarzadeh (Arbeitsstelle DiversitAS)

Kinder mit eigenem oder familiärem Migrationshintergrund werden schnell als leistungsschwache Schülerinnen und Schüler abgestempelt. Jedoch zeigen Schüler_innen, deren Eltern u. a. aus dem Iran kommen, das Gegenteil. Sie zeichnen sich durch ihre überdurchschnittlichen schulischen Leistungen aus. Doch wie hängt das eine mit dem anderen zusammen? Wie hängen Herkunft und Schulleistungen zusammen? Wie sieht der Zusammenhang vom kulturellen und ökonomischen Kapital aus? Ausgewählte Bildungsbiografien und Bildungsgeschichten iranischstämmiger Familien zeigen, dass Bildungsaspiration historisch und innenfamiliär tradiert und sozial vererbt wird, wodurch auch der Bildungserfolg erklärbar wird.  

Zur Person

Dr. Mahzad Hoodgarzadeh, promovierte Geisteswissenschaftlerin, befasst sich zurzeit in der öffentlichen Verwaltung mit den Bedarfen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ihre Themenschwerpunkte sind u. a. Fachkräftebedarf, Wissensmanagement und attraktive Arbeitgebende. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Vechta und ist Autorin des Bandes Bildungsaspiration im Migrationsdiskurs. Eine generationsübergreifende Darstellung am Beispiel iranischstämmiger Familien, der in der Reihe »Bildung in der Weltgesellschaft« erschien.

04.07.2018 Migration im Globalen Süden - Prof. Dr. Linda Chisholm

Migration im Globalen Süden - Migration within the South
Prof. Dr. Linda Chisholm (University of Johannesburg, South Africa)

Current debates on refugees in Europe are dominated by discussions of migrations from the South to the North - with the increasing recognition that understanding the contexts of migration is as significant as their impact on receiver countries in the North. However, these approaches still tend to be instrumentally linked to European security concerns without adequate appreciation of the even more significant migration dynamics in the South. And whereas knowledge of migration and displacement within Africa has advanced, there is little recognition of the politics of reception of migrants within African contexts. These are varied.

However, since its transition to majority rule in 1994, South Africa has become the destination for millions of migrants and refugees from across the African continent. Despite its progressive legislation in conformity with international norms, South African society has extremely high levels of xenophobia that exploded violently in 2008. The less visible, everyday experience of xenophobia was documented by Jonny Steinberg in his memorable ethnographical history of a Somalian refugee in South Africa, A Man of Good Hope (2015).This presentation will be the first of two, and will sketch the broader context and tropes of migration in this southern context.

Zur Person

Linda Chisholm is a Professor in the Centre for Education Rights and Transformation at the University of Johannesburg, South Africa. Her research has focused on the historical and comparative dimensions of education policy, curriculum and gender in South Africa.

11.07.2018 Menschenrechte, »westliche Werte« und Geflüchtete - PD Dr. Eva Kalny

Menschenrechte, »westliche Werte« und Geflüchtete
PD Dr. Eva Kalny (Institut für Didaktik der Demokratie)

Die Darstellung von Menschenrechten als Produkt westlicher Geschichte und Werte greift zu kurz: sie verschleiert die Rolle eben derselben westlichen Staaten an Kolonialismus, Sklaverei, postkolonialer Ausbeutung und anderen menschenverachtenden Praktiken sowie deren ideologische Legitimierung. Zudem leugnet sie die Tatsache, dass eine Vorstellung über die grundsätzliche Gleichwertigkeit aller Menschen in zahlreichen Traditionen und Religionen zu finden ist. An europäische Traditionen und Werte wird meist mit dem Gestus der Überlegenheit appelliert – ein Widerspruch zur Grundidee der Menschenrechte. Koloniale Bilder bestehen teilweise weiter und beeinflussen diese Vorstellungen über Geflüchtete. In diesem Vortrag wird die einseitige eurozentrische Geschichtserzählung unter die Lupe genommen und schrittweise zurechtgerückt.

Zur Person

PD Dr. Eva Kalny vom Institut für Didaktik der Demokratie befasst sich theoretisch und praktisch mit unterschiedlichen Aspekten von Menschenrechten in Lateinamerika und Europa. Sie hat über soziale Bewegungen in Guatemala habilitiert und entwickelt Lehre über und gegen antimuslimischen Rassismus.

  • Prof. Dr. Paul Mecheril gestaltet den Vortrag dialogisch

    Prof. Dr. Paul Mecheril gestaltet den Vortrag dialogisch

  • Prof. Dr. Paul Mecheril begrüßt eine Teilnehmerin

    Prof. Dr. Paul Mecheril begrüßt eine Teilnehmerin

  • Publikum bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

    Publikum bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

  • Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag zu beruflicher Bildung

    Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag zu beruflicher Bildung

  • Prof. Dr. Julia Gillen referiert über das Integrationspotenzial von beruflicher Ausbildung

    Prof. Dr. Julia Gillen referiert über das Integrationspotenzial von beruflicher Ausbildung

  • Aufmerksames Publikum beim Vortrag zu beruflicher Bildung

    Aufmerksames Publikum beim Vortrag zu beruflicher Bildung

  • Bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

    Bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

  • Vor dem Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Diewald zu geschlechtergerechter Sprache

    Vor dem Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Diewald zu geschlechtergerechter Sprache

  • Bei der Vortragsreihe geht es diesmal um geschlechtergerechte Sprache

    Bei der Vortragsreihe geht es diesmal um geschlechtergerechte Sprache

  • Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Diewald zu gendergerechter Sprache

    Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Diewald zu gendergerechter Sprache

  • Prof. Dr. Gabriele Diewald trägt zu genderfairer Sprache vor

    Prof. Dr. Gabriele Diewald trägt zu genderfairer Sprache vor

  • Vor dem Vortrag zu Sexismus und Rassismus von Prof. Dr. Rolf Pohl

    Vor dem Vortrag zu Sexismus und Rassismus von Prof. Dr. Rolf Pohl

  • Publikum bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

    Publikum bei der Vortragsreihe »mittwochs um vier«

  • Viele Menschen interessieren sich für den Vortrag von Prof. Dr. Rolf Pohl

    Viele Menschen interessieren sich für den Vortrag von Prof. Dr. Rolf Pohl

  • Radhika Natarajan und Prof. Dr. Dirk Lange bereiten den Vortrag vor

    Radhika Natarajan und Prof. Dr. Dirk Lange bereiten den Vortrag vor

  • Eine Teilnehmerin der Vortragsreihe informiert sich über die LeibnizWerkstatt

    Eine Teilnehmerin der Vortragsreihe informiert sich über die LeibnizWerkstatt

  • Prof. Dr. Dirk Lange erläutert die Ergebnisse einer empirischen Studie

    Prof. Dr. Dirk Lange erläutert die Ergebnisse einer empirischen Studie

  • Prof. Dr. Kirsten Twelbeck: Koreanisch-amerikanische Literatur

    Prof. Dr. Kirsten Twelbeck: Koreanisch-amerikanische Literatur

  • Publikum bei Prof. Dr. Kirsten Twelbecks Vortrag

    Publikum bei Prof. Dr. Kirsten Twelbecks Vortrag

  • Textbeispiel zu koreanisch-amerikanischer Literatur

    Textbeispiel zu koreanisch-amerikanischer Literatur

  • Der Vortrag wird mit einer Übersicht über den historischen Kontext eingeleitet

    Der Vortrag wird mit einer Übersicht über den historischen Kontext eingeleitet

  • Handout zum Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

    Handout zum Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

  • Prof. Dr. Eva-Maria Thüne referiert über den Kindertransport

    Prof. Dr. Eva-Maria Thüne referiert über den Kindertransport

  • Aufmerksames Publikum bei der Vortragsreihe

    Aufmerksames Publikum bei der Vortragsreihe

  • Textbeispiel beim Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

    Textbeispiel beim Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

  • Das Korpus lässt den Verlust von Mehrsprachigkeit erkennen

    Das Korpus lässt den Verlust von Mehrsprachigkeit erkennen

  • Radhika Natarajan führt in die Vortragsreihe ein

    Radhika Natarajan führt in die Vortragsreihe ein

  • In der ersten Sitzung von »mittwochs um vier« erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Vortragsreihe

    In der ersten Sitzung von »mittwochs um vier« erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Vortragsreihe

  • Radhika Natarajan erläutert den Ablauf ihres Beitrags

    Radhika Natarajan erläutert den Ablauf ihres Beitrags

  • Bei der Vortragsreihe wird in Kleingruppen diskutiert

    Bei der Vortragsreihe wird in Kleingruppen diskutiert

  • Das Publikum verfolgt Radhika Natarajans Beitrag zu Pädagogik der Mehrsprachigkeit

    Das Publikum verfolgt Radhika Natarajans Beitrag zu Pädagogik der Mehrsprachigkeit

  • Teilnehmende der Vortragsreihe diskutieren über Mehrsprachigkeit

    Teilnehmende der Vortragsreihe diskutieren über Mehrsprachigkeit

  • Was für Themen die Vortragsreihe wohl in diesem Semester anbietet?

    Was für Themen die Vortragsreihe wohl in diesem Semester anbietet?

Vergangene Termine

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13.06.2018 Migrationspädagogische Professionalität - Prof. Dr. Paul Mecheril

Das Allgemeine können. Migrationspädagogische Professionalität 
Prof. Dr. Paul Mecheril (Center for Migration, Education and Cultural Studies, Universität Oldenburg) 

Migration ist ein grundlegendes Kennzeichen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. Pädagogisches Handeln und pädagogische Institutionen scheinen sowohl unter der Perspektive Handlungsfähigkeit als auch unter dem Gesichtspunkt Legitimität durch die migrationsgesellschaftliche Wirklichkeit grundlegend herausgefordert zu sein. In dem Vortrag wird herausgearbeitet, dass diese Herausforderung eine Reflexionschance auf das Allgemeine pädagogischen Handelns und pädagogischer Institutionen darstellt. Für eine Pädagogik der Migrationsgesellschaft, so könnte es vor diesem Hintergrund heißen, reicht es sozusagen aus, das Allgemeine zu können. Dieses Allgemeine ist nun aber kein von Differenz bereinigtes Allgemeines. Die Differenz steht dem Allgemeinen nicht gegenüber, sondern muss vielmehr als das Allgemeine verstanden werden. 

Zur Person

Prof. Dr. Paul Mecheril lehrt am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen und Bildung. 

06.06.2018 Integration durch Ausbildung und Beruf - Prof. Dr. Julia Gillen

Integration durch Ausbildung und Beruf - Essentials, Erfahrungen und Systematisierungsansätze
Prof. Dr. Julia Gillen (Institut für Erwachsenenbildung und Berufspädagogik & Leibniz School of Education)

Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf über die Erstausbildung stellt derzeit ein zentrales Handlungsfeld der Berufsbildung dar. Inzwischen lassen sich in Forschung, Entwicklung und bei der Umsetzung von Programmen wesentliche Essentials herausarbeiten und zukünftige Herausforderungen benennen. Im Beitrag soll dies sowohl hinsichtlich der Subjektperspektive als auch in Bezug auf strukturelle Fragen des Ausbildungssystems erfolgen. 

Zur Person

Prof. Dr. Julia Gillen ist seit September 2011 Professorin für Berufspädagogik: Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. An der Leibniz Universität Hannover ist sie zudem Direktorin der Leibniz School of Education. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten an der Professur für Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehören Kompetenzentwicklung und Kompetenzerfassung in schulischen und betrieblichen Kontexten sowie Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung.

30.05.2018 »Richtig gendern« - Prof. Dr. Gabriele Diewald

»Richtig gendern« – zwischen medialer Aufregung und inhaltlicher Auseinandersetzung
Prof. Dr. Gabriele Diewald (Deutsches Seminar)

Der kleine Ratgeber »Richtig gendern«, der 2017 im Dudenverlag erschienen ist, hat heftige mediale Reaktionen ausgelöst, die nicht nur die beiden Verfasserinnen (Gabriele Diewald & Anja Steinhauer) überrascht haben. Das zeigt, dass es notwendig ist, über den Sinn und die Zielsetzung von gendergerechter Sprache öffentlich zu diskutieren. Daher befasst sich dieser Vortrag mit den linguistischen Aspekten gendergerechter Sprache und mit gesellschaftlichen Argumenten, die für ihre Anwendung sprechen. Anhand von Beispielen und interaktiven Sprachspielen werden darüber hinaus die sprachlichen Mittel vorgestellt, die das Deutsche zur Realisierung geschlechtergerechter Sprache zur Verfügung hat. Ein Ausblick auf das Forschungsprojekt Gendergerechte Sprache in Theorie und Praxis rundet den Beitrag ab.

Zur Person

Gabriele Diewald ist seit Dezember 2001 Professorin für Deutsche Gegenwartssprache am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover und war zuvor an der Universität Hamburg tätig. Zahlreiche internationale Gastprofessuren hatte sie in den USA und in São Paulo, Brasilien, inne und war zudem visting scholar an der Stanford University, Kalifornien. Die Habilitation zur Grammatikalisierung der Modalverben im Deutschen sowie ihre Promotion zu Deixis und Textsorten erfolgten in germanistischer Linguistik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

23.05.2018 »Frauenfeindlich ist doch nur der fremde Mann, oder?« - Prof. Dr. Rolf Pohl

»Frauenfeindlich ist doch nur der fremde Mann, oder?« Über den Zusammenhang von Sexismus und Rassismus in der Mitte der Gesellschaft
Prof. Dr. Rolf Pohl (AG Politische Psychologie)

Die Aufregung über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Köln ist heuchlerisch, solange der Sexismus in der deutschen Gesellschaft beschwichtigt, verharmlost und verleugnet wird. Auch die aktuelle #MeToo-Debatte hat daran nichts geändert. Der projektive Fingerzeig auf junge, gewalttätige und sexuell potente Männer aus »rückständigen« und »frauenfeindlichen« (muslimischen) Kulturen hat die Frauen von Köln zum zweiten Mal zum Opfer gemacht. Insbesondere bei den selbsternannten Beschützern deutscher Frauen und ihrer Unversehrtheit aus dem rechtspopulistischen und männerrechtlichen Spektrum lässt sich die enge Verbindung von Fremden- und Frauenfeindlichkeit sowie deren Verankerung in der sogenannten »Mitte« unserer nach wie vor männlich dominierten Gesellschaft aufzeigen.

Zur Person

Prof. Dr. Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer und Koordinator_innen der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

16.05.2018 Inclusive Citizenship Education - Prof. Dr. Dirk Lange

Inclusive Citizenship Education. Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft
Prof. Dr. Dirk Lange (Institut für Didaktik der Demokratie)

Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa die Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit sozialer Ungleichheit. Die »Inclusive Citizenship Education« stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

Zur Person

Prof. Dr. Dirk Lange lehrt Didaktik der Politischen Bildung an den Universitäten Wien und Hannover. Er ist Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie (IDD). Neben den Forschungskonzepten »Bürgerbewusstsein« und »Inclusive Citizenship« liegen aktuelle Arbeitsschwerpunkte im Feld der Demokratiebildung, Historisch-politischen Didaktik und Migrationspolitischen Bildung.

09.05.2018 Wem nützt Koreanisch-Amerikanische Literatur? - PD Dr. Kirsten Twelbeck

Wem nützt Koreanisch-Amerikanische Literatur?
PD Dr. Kirsten Twelbeck (Universität Augsburg)

Die wenigsten wissen, dass Koreaner und Koreanerinnen die ersten Gastarbeiter waren, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland kamen, im Zuge eines Entsendeabkommens zwischen den beiden Staaten. Bis zur Wiedervereinigung waren Einwanderinnen und Einwanderer aus Südkorea die größte Bevölkerungsgruppe asiatischer Herkunft in Westdeutschland. Das Thema ist also auch ganz direkt eines unseres Landes. Dass dies so ist, lernte die Vortragende jedoch erst im Zuge ihrer Beschäftigung mit den USA, genauer: mit der koreanisch-amerikanischen Literatur, die mittlerweile auf eine Tradition zurückschauen kann, die mehrere Generationen umfasst.

Woher rührt dieser Unterschied? Welche Bedingungen ermöglichten in den USA die Entstehung dieser dynamischen literarischen Entwicklung? Welche Rolle spielt diese Entwicklung für die Herausbildung eines dezidiert koreanisch-amerikanischen Prozesses der Selbstverständigung? Und: Was können wir in Deutschland durch das Lesen und Diskutieren »anderer« Texte lernen über uns, über die »Anderen« und über die Problematik dieser Konstruktion? Mehr noch: Wie können wir sowohl kognitiv als auch emotional begreifen, dass das Fremde immer auch ein Eigenes ist? Dieser Vortrag ist ein Plädoyer für die Literatur, für das Lesen und für den unermesslichen Wert der Geisteswissenschaften.

Zur Person

Kirsten Twelbeck ist Amerikanistin mit einem Schwerpunkt im Bereich Asian-American Studies. Ihrer Doktorarbeit No Korean Is Whole – Wherever He Or She May Be? (2002) beschäftigt sich mit der Darstellung koreanisch-amerikanischer Identitäten im wechselhaften Kontext der US-Geschichte. Neben den Postcolonial und Gender/Queer Studies forscht sie zu transatlantischen Themen und interessiert sich für den Zusammenhang zwischen Nation Building, Citizenship und Religion im 19. und 20. Jahrhundert. In ihrer Habilitation untersucht sie die Hoffnungen und Ängste weißer Abolitionistinnen und Abolitionisten nach der Abschaffung der Sklaverei. Beyond the Civil War Hospital: The Rhetoric of Healing and Democratization in Northern Reconstruction Writing erscheint im Mai 2018 im transcript Verlag.

02.05.2018 Erfahrungen des Kindertransports 1938/39 - Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

Sprache nach der Flucht. Erfahrungen der »Kinder« des Kindertransports 1938/39
Prof. Dr. Eva-Maria Thüne (Universität Bologna, Italien)

Der Kindertransport nach Großbritannien 1938/39 war neben der zionistischen Kinder- und Jugendalijah nach Palästina eine der beiden bedeutenden Auswanderungsaktionen für Kinder und Jugendliche aus dem ehemaligen Deutschen Reich und den bedrohten Nachbarländern. Die Kinder und Jugendlichen erlebten dabei einen Wechsel von Sprache und Kultur, auf den sie oft nicht vorbereitet waren. Auf der Grundlage von narrativen Interviews werden Fallbeispiele gezeigt und es soll diskutiert werden, ob und wie Zweisprachigkeit in dieser historischen Konstellation im UK entwickelt werden konnte. 

Zur Person

Prof. Dr. Eva-Maria Thüne ist Professorin für Deutsche Sprache und Sprachwissenschaft an der Universität Bologna, Italien. Ihre Forschungsinteressen sind Deutsch als Fremdsprache, Soziolinguistik, Gesprächsanalyse und Literatursprache. In ihrem kürzlich gemeinsam mit Simona Leonardi und Anne Betten herausgegebenen Band Emotionsausdruck und Erzählstrategien in narrativen Interviews. Analysen zu Gesprächsaufnahmen mit jüdischen Migranten setzt sie sich mit dem Tod der Eltern im Israel-Korpus auseinander.

25.04.2018 Diskriminierungssensible Mehrsprachigkeit - Radhika Natarajan

Einführung in die Vortragsreihe.
Zur 
diskriminierungssensiblen Pädagogik der Mehrsprachigkeit. Erste Überlegungen.
Radhika Natarajan (Projekt LeibnizWerkstatt)

Nicht nur Menschen mit sogenannter Zuwanderungsgeschichte, sondern auch Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft tragen zur sprachlichen Vielfalt in Deutschland bei. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie der Zuzug von Neuzugewanderten, die erhöhte Mediennutzung zur Kommunikation u. a. weisen auf die bestehende und entstandene Selbstverständlichkeit im Umgang mit Sprachen sowie auf die offensichtliche Gleichzeitigkeit, obschon nicht Gleichwertigkeit, von mehreren Sprachen hin. Die konsequente, wissend-unwissende Missachtung dieser Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit führt allerdings zu diskriminatorischen Praxen und letztendlich zu struktureller Gewalt hin, die jedoch meist unsichtbar und unerkannt bleibt, und daher unbekämpft fortbesteht und reproduziert wird.

Ziel dieser Einführung ist es, unser gemeinsames Verstehen von individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit auszuloten, die Konsequenzen für den pädagogischen Kontext zu erarbeiten und gemeinsam Überlegungen zu einer diskriminierungssensiblen Pädagogik der Mehrsprachigkeit anzustellen.

Zur Person

Radhika Natarajan ist für die Konzeption und Umsetzung des Projekts LeibnizWerkstatt zuständig. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind lebensweltliche wie migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, sprachbezogene Alltagsbewältigung und im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.

13.06.2018 Migrationspädagogische Professionalität - Prof. Dr. Paul Mecheril

Das Allgemeine können. Migrationspädagogische Professionalität 
Prof. Dr. Paul Mecheril (Center for Migration, Education and Cultural Studies, Universität Oldenburg) 

Migration ist ein grundlegendes Kennzeichen gesellschaftlicher Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. Pädagogisches Handeln und pädagogische Institutionen scheinen sowohl unter der Perspektive Handlungsfähigkeit als auch unter dem Gesichtspunkt Legitimität durch die migrationsgesellschaftliche Wirklichkeit grundlegend herausgefordert zu sein. In dem Vortrag wird herausgearbeitet, dass diese Herausforderung eine Reflexionschance auf das Allgemeine pädagogischen Handelns und pädagogischer Institutionen darstellt. Für eine Pädagogik der Migrationsgesellschaft, so könnte es vor diesem Hintergrund heißen, reicht es sozusagen aus, das Allgemeine zu können. Dieses Allgemeine ist nun aber kein von Differenz bereinigtes Allgemeines. Die Differenz steht dem Allgemeinen nicht gegenüber, sondern muss vielmehr als das Allgemeine verstanden werden. 

Zur Person

Prof. Dr. Paul Mecheril lehrt am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen und Bildung. 

06.06.2018 Integration durch Ausbildung und Beruf - Prof. Dr. Julia Gillen

Integration durch Ausbildung und Beruf - Essentials, Erfahrungen und Systematisierungsansätze
Prof. Dr. Julia Gillen (Institut für Erwachsenenbildung und Berufspädagogik & Leibniz School of Education)

Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf über die Erstausbildung stellt derzeit ein zentrales Handlungsfeld der Berufsbildung dar. Inzwischen lassen sich in Forschung, Entwicklung und bei der Umsetzung von Programmen wesentliche Essentials herausarbeiten und zukünftige Herausforderungen benennen. Im Beitrag soll dies sowohl hinsichtlich der Subjektperspektive als auch in Bezug auf strukturelle Fragen des Ausbildungssystems erfolgen. 

Zur Person

Prof. Dr. Julia Gillen ist seit September 2011 Professorin für Berufspädagogik: Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. An der Leibniz Universität Hannover ist sie zudem Direktorin der Leibniz School of Education. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten an der Professur für Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehören Kompetenzentwicklung und Kompetenzerfassung in schulischen und betrieblichen Kontexten sowie Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung.

30.05.2018 »Richtig gendern« - Prof. Dr. Gabriele Diewald

»Richtig gendern« – zwischen medialer Aufregung und inhaltlicher Auseinandersetzung
Prof. Dr. Gabriele Diewald (Deutsches Seminar)

Der kleine Ratgeber »Richtig gendern«, der 2017 im Dudenverlag erschienen ist, hat heftige mediale Reaktionen ausgelöst, die nicht nur die beiden Verfasserinnen (Gabriele Diewald & Anja Steinhauer) überrascht haben. Das zeigt, dass es notwendig ist, über den Sinn und die Zielsetzung von gendergerechter Sprache öffentlich zu diskutieren. Daher befasst sich dieser Vortrag mit den linguistischen Aspekten gendergerechter Sprache und mit gesellschaftlichen Argumenten, die für ihre Anwendung sprechen. Anhand von Beispielen und interaktiven Sprachspielen werden darüber hinaus die sprachlichen Mittel vorgestellt, die das Deutsche zur Realisierung geschlechtergerechter Sprache zur Verfügung hat. Ein Ausblick auf das Forschungsprojekt Gendergerechte Sprache in Theorie und Praxis rundet den Beitrag ab.

Zur Person

Gabriele Diewald ist seit Dezember 2001 Professorin für Deutsche Gegenwartssprache am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover und war zuvor an der Universität Hamburg tätig. Zahlreiche internationale Gastprofessuren hatte sie in den USA und in São Paulo, Brasilien, inne und war zudem visting scholar an der Stanford University, Kalifornien. Die Habilitation zur Grammatikalisierung der Modalverben im Deutschen sowie ihre Promotion zu Deixis und Textsorten erfolgten in germanistischer Linguistik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

23.05.2018 »Frauenfeindlich ist doch nur der fremde Mann, oder?« - Prof. Dr. Rolf Pohl

»Frauenfeindlich ist doch nur der fremde Mann, oder?« Über den Zusammenhang von Sexismus und Rassismus in der Mitte der Gesellschaft
Prof. Dr. Rolf Pohl (AG Politische Psychologie)

Die Aufregung über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Köln ist heuchlerisch, solange der Sexismus in der deutschen Gesellschaft beschwichtigt, verharmlost und verleugnet wird. Auch die aktuelle #MeToo-Debatte hat daran nichts geändert. Der projektive Fingerzeig auf junge, gewalttätige und sexuell potente Männer aus »rückständigen« und »frauenfeindlichen« (muslimischen) Kulturen hat die Frauen von Köln zum zweiten Mal zum Opfer gemacht. Insbesondere bei den selbsternannten Beschützern deutscher Frauen und ihrer Unversehrtheit aus dem rechtspopulistischen und männerrechtlichen Spektrum lässt sich die enge Verbindung von Fremden- und Frauenfeindlichkeit sowie deren Verankerung in der sogenannten »Mitte« unserer nach wie vor männlich dominierten Gesellschaft aufzeigen.

Zur Person

Prof. Dr. Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer und Koordinator_innen der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

16.05.2018 Inclusive Citizenship Education - Prof. Dr. Dirk Lange

Inclusive Citizenship Education. Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft
Prof. Dr. Dirk Lange (Institut für Didaktik der Demokratie)

Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa die Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit sozialer Ungleichheit. Die »Inclusive Citizenship Education« stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

Zur Person

Prof. Dr. Dirk Lange lehrt Didaktik der Politischen Bildung an den Universitäten Wien und Hannover. Er ist Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie (IDD). Neben den Forschungskonzepten »Bürgerbewusstsein« und »Inclusive Citizenship« liegen aktuelle Arbeitsschwerpunkte im Feld der Demokratiebildung, Historisch-politischen Didaktik und Migrationspolitischen Bildung.

09.05.2018 Wem nützt Koreanisch-Amerikanische Literatur? - PD Dr. Kirsten Twelbeck

Wem nützt Koreanisch-Amerikanische Literatur?
PD Dr. Kirsten Twelbeck (Universität Augsburg)

Die wenigsten wissen, dass Koreaner und Koreanerinnen die ersten Gastarbeiter waren, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland kamen, im Zuge eines Entsendeabkommens zwischen den beiden Staaten. Bis zur Wiedervereinigung waren Einwanderinnen und Einwanderer aus Südkorea die größte Bevölkerungsgruppe asiatischer Herkunft in Westdeutschland. Das Thema ist also auch ganz direkt eines unseres Landes. Dass dies so ist, lernte die Vortragende jedoch erst im Zuge ihrer Beschäftigung mit den USA, genauer: mit der koreanisch-amerikanischen Literatur, die mittlerweile auf eine Tradition zurückschauen kann, die mehrere Generationen umfasst.

Woher rührt dieser Unterschied? Welche Bedingungen ermöglichten in den USA die Entstehung dieser dynamischen literarischen Entwicklung? Welche Rolle spielt diese Entwicklung für die Herausbildung eines dezidiert koreanisch-amerikanischen Prozesses der Selbstverständigung? Und: Was können wir in Deutschland durch das Lesen und Diskutieren »anderer« Texte lernen über uns, über die »Anderen« und über die Problematik dieser Konstruktion? Mehr noch: Wie können wir sowohl kognitiv als auch emotional begreifen, dass das Fremde immer auch ein Eigenes ist? Dieser Vortrag ist ein Plädoyer für die Literatur, für das Lesen und für den unermesslichen Wert der Geisteswissenschaften.

Zur Person

Kirsten Twelbeck ist Amerikanistin mit einem Schwerpunkt im Bereich Asian-American Studies. Ihrer Doktorarbeit No Korean Is Whole – Wherever He Or She May Be? (2002) beschäftigt sich mit der Darstellung koreanisch-amerikanischer Identitäten im wechselhaften Kontext der US-Geschichte. Neben den Postcolonial und Gender/Queer Studies forscht sie zu transatlantischen Themen und interessiert sich für den Zusammenhang zwischen Nation Building, Citizenship und Religion im 19. und 20. Jahrhundert. In ihrer Habilitation untersucht sie die Hoffnungen und Ängste weißer Abolitionistinnen und Abolitionisten nach der Abschaffung der Sklaverei. Beyond the Civil War Hospital: The Rhetoric of Healing and Democratization in Northern Reconstruction Writing erscheint im Mai 2018 im transcript Verlag.

02.05.2018 Erfahrungen des Kindertransports 1938/39 - Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

Sprache nach der Flucht. Erfahrungen der »Kinder« des Kindertransports 1938/39
Prof. Dr. Eva-Maria Thüne (Universität Bologna, Italien)

Der Kindertransport nach Großbritannien 1938/39 war neben der zionistischen Kinder- und Jugendalijah nach Palästina eine der beiden bedeutenden Auswanderungsaktionen für Kinder und Jugendliche aus dem ehemaligen Deutschen Reich und den bedrohten Nachbarländern. Die Kinder und Jugendlichen erlebten dabei einen Wechsel von Sprache und Kultur, auf den sie oft nicht vorbereitet waren. Auf der Grundlage von narrativen Interviews werden Fallbeispiele gezeigt und es soll diskutiert werden, ob und wie Zweisprachigkeit in dieser historischen Konstellation im UK entwickelt werden konnte. 

Zur Person

Prof. Dr. Eva-Maria Thüne ist Professorin für Deutsche Sprache und Sprachwissenschaft an der Universität Bologna, Italien. Ihre Forschungsinteressen sind Deutsch als Fremdsprache, Soziolinguistik, Gesprächsanalyse und Literatursprache. In ihrem kürzlich gemeinsam mit Simona Leonardi und Anne Betten herausgegebenen Band Emotionsausdruck und Erzählstrategien in narrativen Interviews. Analysen zu Gesprächsaufnahmen mit jüdischen Migranten setzt sie sich mit dem Tod der Eltern im Israel-Korpus auseinander.

25.04.2018 Diskriminierungssensible Mehrsprachigkeit - Radhika Natarajan

Einführung in die Vortragsreihe.
Zur 
diskriminierungssensiblen Pädagogik der Mehrsprachigkeit. Erste Überlegungen.
Radhika Natarajan (Projekt LeibnizWerkstatt)

Nicht nur Menschen mit sogenannter Zuwanderungsgeschichte, sondern auch Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft tragen zur sprachlichen Vielfalt in Deutschland bei. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie der Zuzug von Neuzugewanderten, die erhöhte Mediennutzung zur Kommunikation u. a. weisen auf die bestehende und entstandene Selbstverständlichkeit im Umgang mit Sprachen sowie auf die offensichtliche Gleichzeitigkeit, obschon nicht Gleichwertigkeit, von mehreren Sprachen hin. Die konsequente, wissend-unwissende Missachtung dieser Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit führt allerdings zu diskriminatorischen Praxen und letztendlich zu struktureller Gewalt hin, die jedoch meist unsichtbar und unerkannt bleibt, und daher unbekämpft fortbesteht und reproduziert wird.

Ziel dieser Einführung ist es, unser gemeinsames Verstehen von individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit auszuloten, die Konsequenzen für den pädagogischen Kontext zu erarbeiten und gemeinsam Überlegungen zu einer diskriminierungssensiblen Pädagogik der Mehrsprachigkeit anzustellen.

Zur Person

Radhika Natarajan ist für die Konzeption und Umsetzung des Projekts LeibnizWerkstatt zuständig. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind lebensweltliche wie migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, sprachbezogene Alltagsbewältigung und im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.