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Vortragsreihe zu Sprache, Migration und Vielfalt

Kritische, historische und pädagogische Annäherungen

Als semesterübergreifendes Begleitprogramm bietet die LeibnizWerkstatt eine Veranstaltungsreihe zur Sprache, Migration und Vielfalt an. »mittwochs um vier« richtet sich an Teilnehmende der Blockveranstaltungen des Projekts sowie an alle weiteren Interessierten innerhalb und außerhalb der Leibniz Universität Hannover.

Gewünscht ist eine Vernetzung und ein Austausch unter Erfahrenen und Einsatzwilligen, die sich für Neuzugewanderte engagieren, sich zur Schnittstelle Migration und Sprachen informieren wollen und einen mehrperspektivischen Zugang anstreben.

Ort: Raum 103 im Conti-Hochhaus (Gebäude 1502) am Königsworther Platz 1.

Alle sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bildergalerie WiSe 2018/19

  • Schreiben in Integrationskursen ist das Thema des Vortrags von Ketevan Zhorzholiani

    Schreiben in Integrationskursen ist das Thema des Vortrags von Ketevan Zhorzholiani

  • Ketevan Zhorzholiani erläutert das Konzept der Sprache der Nähe und Sprache der Distanz

    Ketevan Zhorzholiani erläutert das Konzept der Sprache der Nähe und Sprache der Distanz

  • Ketevan Zhorzholiani referiert über Schreiben in Integrationskursen

    Ketevan Zhorzholiani referiert über Schreiben in Integrationskursen

  • Worüber wird Dr. Alexis Feldmeier García heute sprechen?

    Worüber wird Dr. Alexis Feldmeier García heute sprechen?

  • Beim heutigen Vortrag geht es um Lernberatung und Sprachlernberatung

    Beim heutigen Vortrag geht es um Lernberatung und Sprachlernberatung

  • Dr. Alexis Feldmeier García spricht über Analphabetismus in Deutschland

    Dr. Alexis Feldmeier García spricht über Analphabetismus in Deutschland

  • Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos stellt eine neue Perspektive auf mehrsprachige Praktiken vor

    Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos stellt eine neue Perspektive auf mehrsprachige Praktiken vor

  • Der Vortrag zu Translanguaging ist gut besucht

    Der Vortrag zu Translanguaging ist gut besucht

  • Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos referiert über Translanguaging

    Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos referiert über Translanguaging

  • Grammatikwissen von Schüler_innen ist das Thema des ersten Vortrags im Jahr 2019

    Grammatikwissen von Schüler_innen ist das Thema des ersten Vortrags im Jahr 2019

  • Prof. Dr. Tabea Becker: Schüler_innen erklären Grammatikphänomene

    Prof. Dr. Tabea Becker: Schüler_innen erklären Grammatikphänomene

  • Prof. Dr. Tabea Becker beim Vortrag über Grammatik in den Köpfen von Schüler_innen

    Prof. Dr. Tabea Becker beim Vortrag über Grammatik in den Köpfen von Schüler_innen

  • Den letzten Vortrag des Jahres 2018 hält Prof. Dr. Paul Mecheril

    Den letzten Vortrag des Jahres 2018 hält Prof. Dr. Paul Mecheril

  • Prof. Dr. Paul Mecheril ist ein stets gern gesehener Gast der LeibnizWerkstatt

    Prof. Dr. Paul Mecheril ist ein stets gern gesehener Gast der LeibnizWerkstatt

  • Im zweiten Teil des Vortrags geht es um Rassismuskritik

    Im zweiten Teil des Vortrags geht es um Rassismuskritik

  • Dieses Mal geht es bei der Vortragsreihe um Erinnerungsorte und deren sprachliche Rekonstruktion

    Dieses Mal geht es bei der Vortragsreihe um Erinnerungsorte und deren sprachliche Rekonstruktion

  • Prof. Dr. Eva-Maria Thüne erläutert das Konzept des Chronotopos

    Prof. Dr. Eva-Maria Thüne erläutert das Konzept des Chronotopos

  • Handout zum Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

    Handout zum Vortrag von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne

  • Demnächst wird ein neues Buch von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne herauskommen

    Demnächst wird ein neues Buch von Prof. Dr. Eva-Maria Thüne herauskommen

  • Bei der Vortragsreihe geht es um Menschenrechte in der Schule

    Bei der Vortragsreihe geht es um Menschenrechte in der Schule

  • Infomaterialien der LeibnizWerkstatt und zu Menschenrechten

    Infomaterialien der LeibnizWerkstatt und zu Menschenrechten

  • PD Dr. Susanne Müller-Using unterhält sich vor ihrem Vortrag mit einer Teilnehmenden

    PD Dr. Susanne Müller-Using unterhält sich vor ihrem Vortrag mit einer Teilnehmenden

  • PD Dr. Susanne Müller-Using: Maßstab Menschenrechte

    PD Dr. Susanne Müller-Using: Maßstab Menschenrechte

  • PD Dr. Eva Kalnys Vortrag: Bildungschancen an Grundschulen verbessern

    PD Dr. Eva Kalnys Vortrag: Bildungschancen an Grundschulen verbessern

  • Beim Vortrag von PD Dr. Kalny zu Bildungschancen an Grundschulen

    Beim Vortrag von PD Dr. Kalny zu Bildungschancen an Grundschulen

  • PD Dr. Eva Kalny berichtet von einem EU-Projekt

    PD Dr. Eva Kalny berichtet von einem EU-Projekt

  • Vor dem Vortrag zu Gedächtnis und kultureller Identität

    Vor dem Vortrag zu Gedächtnis und kultureller Identität

  • Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag von PD Dr. Gerd Sebald

    Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag von PD Dr. Gerd Sebald

  • PD Dr. Gerd Sebald referiert über Gedächtnis und kulturelle Identität

    PD Dr. Gerd Sebald referiert über Gedächtnis und kulturelle Identität

  • Beim Vortrag von Dr. Michaela Iclodean

    Beim Vortrag von Dr. Mihaela Iclodean

  • Radhika Natarajan stellt den Sammelband des Projekts vor

    Radhika Natarajan stellt den Sammelband des Projekts vor

  • Dr. Mihaela Iclodean referiert über die theoretischen Grundlagen ihrer Arbeit

    Dr. Mihaela Iclodean referiert über die theoretischen Grundlagen ihrer Arbeit

  • Dr. Mihaela Iclodean stellt ihre Ergebnisse vor

    Dr. Mihaela Iclodean stellt ihre Ergebnisse vor

  • Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag von Jana Stoklasa

    Radhika Natarajan eröffnet den Vortrag von Jana Stoklasa

  • Jana Stoklasa Referiert über Wiedergutmachungsverfahren

    Jana Stoklasa Referiert über Wiedergutmachungsverfahren

  • Wiedergutmachungsverfahren sind das Thema des Vortrags von Jana Stoklasa

    Wiedergutmachungsverfahren sind das Thema des Vortrags von Jana Stoklasa

  • Beim Vortrag von Jana Stoklasa

    Beim Vortrag von Jana Stoklasa

  • Radhika Natarajan eröffnet die Vortragsreihe im Wintersemester 2018/19

    Radhika Natarajan eröffnet die Vortragsreihe im Wintersemester 2018/19

  • Beim Vortrag zu inklusiver Schulentwicklung

    Beim Vortrag zu inklusiver Schulentwicklung

  • Die Teilnehmenden der Vortragsreihe infomieren sich im Eröffnungsvortrag über Inklusion

    Die Teilnehmenden der Vortragsreihe infomieren sich im Eröffnungsvortrag über Inklusion

  • Ann-Kathrin Arndt referiert über Inklusion in Schulen

    Ann-Kathrin Arndt referiert über Inklusion in Schulen

  • Ann-Kathrin Arndt beim Vortrag zu inklusiver Schulentwicklung

    Ann-Kathrin Arndt beim Vortrag zu inklusiver Schulentwicklung

  • Poster zur Vortragsreihe im Wintersemester 2018/19

    Poster zur Vortragsreihe im Wintersemester 2018/19

Termine Sommersemester 2019

05.06.2019 Migration und Raumpraktiken - Prof Dr. Meher Bhoot

Migration und Raumpraktiken: Heimat im Raum des Anderen oder in ›anderen Räumen‹?

Die Präferenz der Postmoderne für Raum und Bewegung schlägt sich dank des Spatial Turns auch in der Literatur und Medien nieder. Sowohl das Phänomen der ›Gastarbeit‹ aus den 60er Jahren als auch die neue Bewegung der Flüchtlinge bringen unerwartete Auswirkungen in Relation zu Raum und Bewegung mit sich. Die neue Heimat im ›Raum des Anderen‹ endet meistens in den anderen Räumen. Andere Räume oder Begriffe wie »Transiträume«, »Nicht-Orte« (de Certeau), »Heterotopien« (Foucault), »imagined geographies« (Edward Said), »Thirdspace« (Edward Soja, Homi K. Bhabha) werden zu Momenten von Übergang und Bruch. Da diese Räume sowohl als Orte der Begegnungen mit dem Anderen als auch mit dem Selbst dienen, stellen sie die eigene Identität und Existenz in Frage. Hier ist der Versuch, mit besonderem Blick auf Foucaults Heterotopie, die verschiedenen Raumbegriffe nebeneinanderzustellen, um sich im Kontext der Grenzsituationen wie Migration und Flucht mit der Kategorie von individueller Identität auseinanderzusetzen. Als Beispiel dient der Film Auf der anderen Seite von Fatih Akin.

Zur Person

Meher Bhoot hat an der Universität Mumbai, Indien, Germanistik studiert und promoviert. Seit 2013 ist sie Associate Professor am Department of German der Universität Mumbai. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Deutsche Literatur der Minoritäten, Postcolonial Studies und Culture Studies. Im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft war sie 2017 Gastprofessorin an der Georg-August Universität Göttingen und derzeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

12.06.2019 Das Potenzial künstlerischer Arbeit - Prof. Dr. Christian Widdascheck

Das Potenzial künstlerischer Arbeit für Menschen in Migration
Prof. Dr. Christian Widdascheck (Alice-Salomon-Hochschule Berlin)

Ausgehend von einer inklusiven Perspektive auf Migration, von der aus betrachtet wir alle Migrant_innen sind, geht der Vortrag vor dem Hintergrund eines transkulturellen Paradigmas der Frage nach, wann Migration überhaupt zu einem Problem wird und welches spezifische Potenzial dann die begleitete künstlerische Arbeit für Menschen in Migration bietet? 
Hintergrund des Vortrages bildet ein mehrjähriges qualitativ-empirisches Forschungsprojekt zur kunsttherapeutischen Arbeit mit Asylsuchenden, das in Kooperation mit dem ZIPP (Zentrum für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie) an der Charité Campus Mitte und der KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. ) in Berlin Kreuzberg durchgeführt wurde.

Zur Person

Christian Widdascheck ist Diplom-Kunsttherapeut und seit 2012 Professor für Ästhetische Bildung an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Er studierte freie Kunst, Wirtschaftswissenschaften und Kunsttherapie/-pädagogik an der Fachhochschule Ottersberg. Er arbeitet über 10 Jahre mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit Menschen in der Migration, unter anderem auch in Angola und Mozambique und gibt regelmäßig kunsttherapeutische Fortbildungen zum Themenfeld Migration und Transkulturalität.

19.06.2019 Migrationsbiographien internationaler Fußballspielerinnen - PD Dr. Nina Clara Tiesler

Zwischen Prestige und sozialer Isolation, Rampenlicht und Abseits: Migrationsbiographien internationaler Fußballspielerinnen
PD Dr. Nina Clara TieslerInstitut für Soziologie)

Während der »Transfermarkt« im Männerfußball  medial präsent ist, weiß die Öffentlichkeit wenig über internationale Migration im Frauenfußball. Tatsächlich unterhalten nur wenige Länder Profiligen für Frauen. Mit der Konsequenz, dass hochqualifizierte Fußballerinnen aus gut 80% aller Länder ihr Heimatland verlassen müssen, wenn sie als Profi spielen wollen. Der Vortrag stellt die Migrationsrouten und -projekte dieser Frauen dar. Basierend auf den Interviews mit 49 mobilen Spielerinnen aus sieben verschiedenen Ländern werden die Beweggründe und Erfahrungen der Fußballerinnen, die meist einem Nationalkader angehören, beschrieben. Die Analyse deutet auf enorme Unterschiede je nach Herkunftsland, in denen sich soziale und globale Ungleichheiten spiegeln. Wie (er-)geht es den Frauen, die, zumeist um sich den Traum der Profi-Karriere erfüllen zu können, Grenzen überqueren? Wie erleben sie die Arbeit in einem anderen Land und welche gesellschaftlichen Erfahrungen machen sie fernab des Fußballfeldes?

Zur Person

Nina Clara Tiesler promovierte in Religionswissenschaft über Muslim_innen in Europa und Identitätspolitik (Hannover 2004) und war im Anschluss daran zehn Jahre am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon in der empirischen (Feld-)Forschung tätig. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Soziologische Theorie an der Leibniz Universität Hannover und habilitierte sich 2015 in der Soziologie und Kulturanthropologie mit einer Arbeit über die Entstehung von Ethnizität.

26.06.2019 Diskriminierungskritische Sprache - Prof. Dr. Alisha Heinemann

Diskriminierungskritische Sprache - political correctness für Geeks oder relevantes Entwicklungsfeld für uns Alle?

Prof. Dr. Alisha Heinemann (Universität Wien/Universität Bremen)

Diskriminierungskritische Sprache wird von den einen als Bedrohung und elitäre Abgrenzungspraxis wahrgenommen und  von anderen zur Absicherung der eigenen moralischen Überlegenheit genutzt. Die eigentliche Idee diskriminierungskritischer Sprache – nämlich weniger Gewalt zu reproduzieren – geht zwischen diesen beiden Extrempositionen allzu häufig verloren. Im Rahmen des Vortrags werden wir darüber nachdenken, was Sprache mit Gewalt zu tun hat, was mit dem Begriff ›diskriminierungskritisch‹ überhaupt gemeint ist und warum es wichtig ist, sich mit der verändernden und machtvollen Kraft von Sprache auseinanderzusetzen.

Zur Person

Alisha M. B. Heinemann vertritt aktuell die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildungsinstitutionen, -verläufe und Migration an der Universität Bremen. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der kritischen Erwachsenenbildung, der postkolonialen Theorie sowie den Forschungsfeldern ›Deutsch als weitere Sprache‹ und der ›pädagogischen Professionalität in der Migrationsgesellschaft‹.

03.07.2019 Brauchen wir eigentlich »Identität«? - Prof. Dr. Rolf Pohl

Brauchen wir eigentlich »Identität«? Zur Sozialpsychologie eines politisch zweifelhaften und affektiv hochbesetzten Konstrukts

Prof. Dr. Rolf Pohl (AG Politische Psychologie)

Der Begriff »Identität« ist ein inflationär verbreitetes Modewort geworden. Sein Reiz liegt dabei in seiner Unbestimmtheit, die ihn letztlich gegen alles, was als nicht-identisch gilt einsetzbar macht. Vor allem in der Beschwörung einer kollektiven, also einer nationalen, kulturellen oder einer geschlechtlichen Identität wird diese Gefahr deutlich. Der Identitätsbegriff suggeriert dabei das Vorhandensein klarer Differenzen und eine wesensmäßige Einheit mit sich selbst beziehungsweise mit der eigenen Gruppe. Die ersehnte innerer Homogenität, Reinheit und Widerspruchsfreiheit kann aber nur durch die Ausgrenzung und Verfolgung derjenigen erreicht werden, die längst als nicht dazugehörig definiert und gerade deshalb als bedrohlich empfunden werden. Der Vortrag wird diesen Fallstricken des Identitäts-Begriffs aus einer sozialpsychologischen Perspektive nachgehen.

Zur Person

Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer und Koordinator_innen der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

10.07.2019 Post-Cinematic Realism - Prof. Dr. Shane Denson

Post-Cinematic Realism
Prof. Dr. Shane Denson (Stanford University)

In its classical formulation, cinematic realism is based in the photographic ontology of film, i.e. in the photograph’s indexical relation to the world, which grants to film its unique purchase on reality; upon this relation also hinged, for many realist filmmakers, the political promise of realism. Digital media, meanwhile, are widely credited with disrupting indexicality and instituting an alternative ontology of the image, but does that mean that realism as a potentially political power of connection with the world is dead? If we consider the extent to which reality itself is shaped and mediated through digital media today, the question begins to seem strange. As will be demonstrated with reference to a variety of moving-image texts dealing with drone warfare, online terrorism recruitment, and computationally mediated affects, post-cinematic media might in fact be credited with a newly intensified political relevance through their institution of a new, post-cinematic realism.

Zur Person

Shane Denson is Assistant Professor of Film & Media Studies in the Department of Art & Art History at Stanford University. He is the author of Postnaturalism: Frankenstein, Film, and the Anthropotechnical Interface (2014) and co-editor of several collections, including Transnational Perspectives on Graphic Narratives (2013) and Post-Cinema: Theorizing 21st-Century Film (2016). His current book project, Discorrelated Images, is forthcoming with Duke University Press.

17.07.2019 »Theater für alle?« - Dr. Rafael Ugarte Chacón

»Theater für alle«? – Inklusion und Exklusion im Theater am Beispiel Gehörloser und Hörender
Dr. Rafael Ugarte Chacón (Institut für Philosophie)

In der Literatur zu Theater und Behinderung werden Menschen mit Behinderung zumeist als Akteurinnen und Akteure auf der Bühne betrachtet – als Objekte des Blicks von Menschen ohne Behinderung. Wenn hingegen Zuschauerinnen und Zuschauer mit Behinderung in den Fokus rücken, geschieht dies häufig aus einer »technokratischen« Perspektive: Wird Audiodeskription bereitgestellt? Gibt es Übertitel oder eine Verdolmetschung in Gebärdensprache? Diese accessibility tools zeigen nicht nur, dass das Theater im Allgemeinen ein überaus exklusiver Ort ist, sondern sie etablieren Zuschauerinnen und Zuschauer mit Behinderung auch als eine distinkte Gruppe von Menschen, die vermeintlich oder tatsächlich nicht in der Lage sind, einer regulären Aufführung zu folgen. Theater wird hier also nach wie vor als ein Ort für Menschen ohne Behinderung gedacht, der durch nachträgliche Anpassungen zeitweise für Menschen »mit besonderen Bedürfnissen« zugänglich gemacht wird.
Ich vertrete die These, dass es für ein »Theater für alle« nicht ausreicht, nachträglich einen barrierefreien Zugang herzustellen. Vielmehr muss ein Theater, das Zuschauerinnen und Zuschauer mit und ohne Behinderung gleichermaßen ernst nimmt, neue Ästhetiken entwickeln, die die Wahrnehmungsmodi und kulturellen Hintergründe eines heterogenen Publikums von Anfang an berücksichtigen. Dieser These soll anhand von Beispielen aus dem Theater für Gehörlose und Hörende nachgegangen werden.

Zur Person

Dr. Rafael Ugarte Chacón ist Koordinator des philosophischen Graduiertenkollegs »Integrating Ethics and Epistemology of Scientific Research« (Leibniz Universität Hannover/Universität Bielefeld). Er promovierte am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin über Theateraufführungen, die sich gleichermaßen an Gehörlose und Hörende richten. Daneben arbeitete er als Regieassistent und Dramaturg in Theaterprojekten mit gehörlosen, schwerhörigen, hörenden und mehrfachbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund.

05.06.2019 Migration und Raumpraktiken - Prof Dr. Meher Bhoot

Migration und Raumpraktiken: Heimat im Raum des Anderen oder in ›anderen Räumen‹?

Die Präferenz der Postmoderne für Raum und Bewegung schlägt sich dank des Spatial Turns auch in der Literatur und Medien nieder. Sowohl das Phänomen der ›Gastarbeit‹ aus den 60er Jahren als auch die neue Bewegung der Flüchtlinge bringen unerwartete Auswirkungen in Relation zu Raum und Bewegung mit sich. Die neue Heimat im ›Raum des Anderen‹ endet meistens in den anderen Räumen. Andere Räume oder Begriffe wie »Transiträume«, »Nicht-Orte« (de Certeau), »Heterotopien« (Foucault), »imagined geographies« (Edward Said), »Thirdspace« (Edward Soja, Homi K. Bhabha) werden zu Momenten von Übergang und Bruch. Da diese Räume sowohl als Orte der Begegnungen mit dem Anderen als auch mit dem Selbst dienen, stellen sie die eigene Identität und Existenz in Frage. Hier ist der Versuch, mit besonderem Blick auf Foucaults Heterotopie, die verschiedenen Raumbegriffe nebeneinanderzustellen, um sich im Kontext der Grenzsituationen wie Migration und Flucht mit der Kategorie von individueller Identität auseinanderzusetzen. Als Beispiel dient der Film Auf der anderen Seite von Fatih Akin.

Zur Person

Meher Bhoot hat an der Universität Mumbai, Indien, Germanistik studiert und promoviert. Seit 2013 ist sie Associate Professor am Department of German der Universität Mumbai. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Deutsche Literatur der Minoritäten, Postcolonial Studies und Culture Studies. Im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft war sie 2017 Gastprofessorin an der Georg-August Universität Göttingen und derzeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

12.06.2019 Das Potenzial künstlerischer Arbeit - Prof. Dr. Christian Widdascheck

Das Potenzial künstlerischer Arbeit für Menschen in Migration
Prof. Dr. Christian Widdascheck (Alice-Salomon-Hochschule Berlin)

Ausgehend von einer inklusiven Perspektive auf Migration, von der aus betrachtet wir alle Migrant_innen sind, geht der Vortrag vor dem Hintergrund eines transkulturellen Paradigmas der Frage nach, wann Migration überhaupt zu einem Problem wird und welches spezifische Potenzial dann die begleitete künstlerische Arbeit für Menschen in Migration bietet? 
Hintergrund des Vortrages bildet ein mehrjähriges qualitativ-empirisches Forschungsprojekt zur kunsttherapeutischen Arbeit mit Asylsuchenden, das in Kooperation mit dem ZIPP (Zentrum für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie) an der Charité Campus Mitte und der KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. ) in Berlin Kreuzberg durchgeführt wurde.

Zur Person

Christian Widdascheck ist Diplom-Kunsttherapeut und seit 2012 Professor für Ästhetische Bildung an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Er studierte freie Kunst, Wirtschaftswissenschaften und Kunsttherapie/-pädagogik an der Fachhochschule Ottersberg. Er arbeitet über 10 Jahre mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit Menschen in der Migration, unter anderem auch in Angola und Mozambique und gibt regelmäßig kunsttherapeutische Fortbildungen zum Themenfeld Migration und Transkulturalität.

19.06.2019 Migrationsbiographien internationaler Fußballspielerinnen - PD Dr. Nina Clara Tiesler

Zwischen Prestige und sozialer Isolation, Rampenlicht und Abseits: Migrationsbiographien internationaler Fußballspielerinnen
PD Dr. Nina Clara TieslerInstitut für Soziologie)

Während der »Transfermarkt« im Männerfußball  medial präsent ist, weiß die Öffentlichkeit wenig über internationale Migration im Frauenfußball. Tatsächlich unterhalten nur wenige Länder Profiligen für Frauen. Mit der Konsequenz, dass hochqualifizierte Fußballerinnen aus gut 80% aller Länder ihr Heimatland verlassen müssen, wenn sie als Profi spielen wollen. Der Vortrag stellt die Migrationsrouten und -projekte dieser Frauen dar. Basierend auf den Interviews mit 49 mobilen Spielerinnen aus sieben verschiedenen Ländern werden die Beweggründe und Erfahrungen der Fußballerinnen, die meist einem Nationalkader angehören, beschrieben. Die Analyse deutet auf enorme Unterschiede je nach Herkunftsland, in denen sich soziale und globale Ungleichheiten spiegeln. Wie (er-)geht es den Frauen, die, zumeist um sich den Traum der Profi-Karriere erfüllen zu können, Grenzen überqueren? Wie erleben sie die Arbeit in einem anderen Land und welche gesellschaftlichen Erfahrungen machen sie fernab des Fußballfeldes?

Zur Person

Nina Clara Tiesler promovierte in Religionswissenschaft über Muslim_innen in Europa und Identitätspolitik (Hannover 2004) und war im Anschluss daran zehn Jahre am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon in der empirischen (Feld-)Forschung tätig. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Soziologische Theorie an der Leibniz Universität Hannover und habilitierte sich 2015 in der Soziologie und Kulturanthropologie mit einer Arbeit über die Entstehung von Ethnizität.

26.06.2019 Diskriminierungskritische Sprache - Prof. Dr. Alisha Heinemann

Diskriminierungskritische Sprache - political correctness für Geeks oder relevantes Entwicklungsfeld für uns Alle?

Prof. Dr. Alisha Heinemann (Universität Wien/Universität Bremen)

Diskriminierungskritische Sprache wird von den einen als Bedrohung und elitäre Abgrenzungspraxis wahrgenommen und  von anderen zur Absicherung der eigenen moralischen Überlegenheit genutzt. Die eigentliche Idee diskriminierungskritischer Sprache – nämlich weniger Gewalt zu reproduzieren – geht zwischen diesen beiden Extrempositionen allzu häufig verloren. Im Rahmen des Vortrags werden wir darüber nachdenken, was Sprache mit Gewalt zu tun hat, was mit dem Begriff ›diskriminierungskritisch‹ überhaupt gemeint ist und warum es wichtig ist, sich mit der verändernden und machtvollen Kraft von Sprache auseinanderzusetzen.

Zur Person

Alisha M. B. Heinemann vertritt aktuell die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildungsinstitutionen, -verläufe und Migration an der Universität Bremen. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der kritischen Erwachsenenbildung, der postkolonialen Theorie sowie den Forschungsfeldern ›Deutsch als weitere Sprache‹ und der ›pädagogischen Professionalität in der Migrationsgesellschaft‹.

03.07.2019 Brauchen wir eigentlich »Identität«? - Prof. Dr. Rolf Pohl

Brauchen wir eigentlich »Identität«? Zur Sozialpsychologie eines politisch zweifelhaften und affektiv hochbesetzten Konstrukts

Prof. Dr. Rolf Pohl (AG Politische Psychologie)

Der Begriff »Identität« ist ein inflationär verbreitetes Modewort geworden. Sein Reiz liegt dabei in seiner Unbestimmtheit, die ihn letztlich gegen alles, was als nicht-identisch gilt einsetzbar macht. Vor allem in der Beschwörung einer kollektiven, also einer nationalen, kulturellen oder einer geschlechtlichen Identität wird diese Gefahr deutlich. Der Identitätsbegriff suggeriert dabei das Vorhandensein klarer Differenzen und eine wesensmäßige Einheit mit sich selbst beziehungsweise mit der eigenen Gruppe. Die ersehnte innerer Homogenität, Reinheit und Widerspruchsfreiheit kann aber nur durch die Ausgrenzung und Verfolgung derjenigen erreicht werden, die längst als nicht dazugehörig definiert und gerade deshalb als bedrohlich empfunden werden. Der Vortrag wird diesen Fallstricken des Identitäts-Begriffs aus einer sozialpsychologischen Perspektive nachgehen.

Zur Person

Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer und Koordinator_innen der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

10.07.2019 Post-Cinematic Realism - Prof. Dr. Shane Denson

Post-Cinematic Realism
Prof. Dr. Shane Denson (Stanford University)

In its classical formulation, cinematic realism is based in the photographic ontology of film, i.e. in the photograph’s indexical relation to the world, which grants to film its unique purchase on reality; upon this relation also hinged, for many realist filmmakers, the political promise of realism. Digital media, meanwhile, are widely credited with disrupting indexicality and instituting an alternative ontology of the image, but does that mean that realism as a potentially political power of connection with the world is dead? If we consider the extent to which reality itself is shaped and mediated through digital media today, the question begins to seem strange. As will be demonstrated with reference to a variety of moving-image texts dealing with drone warfare, online terrorism recruitment, and computationally mediated affects, post-cinematic media might in fact be credited with a newly intensified political relevance through their institution of a new, post-cinematic realism.

Zur Person

Shane Denson is Assistant Professor of Film & Media Studies in the Department of Art & Art History at Stanford University. He is the author of Postnaturalism: Frankenstein, Film, and the Anthropotechnical Interface (2014) and co-editor of several collections, including Transnational Perspectives on Graphic Narratives (2013) and Post-Cinema: Theorizing 21st-Century Film (2016). His current book project, Discorrelated Images, is forthcoming with Duke University Press.

17.07.2019 »Theater für alle?« - Dr. Rafael Ugarte Chacón

»Theater für alle«? – Inklusion und Exklusion im Theater am Beispiel Gehörloser und Hörender
Dr. Rafael Ugarte Chacón (Institut für Philosophie)

In der Literatur zu Theater und Behinderung werden Menschen mit Behinderung zumeist als Akteurinnen und Akteure auf der Bühne betrachtet – als Objekte des Blicks von Menschen ohne Behinderung. Wenn hingegen Zuschauerinnen und Zuschauer mit Behinderung in den Fokus rücken, geschieht dies häufig aus einer »technokratischen« Perspektive: Wird Audiodeskription bereitgestellt? Gibt es Übertitel oder eine Verdolmetschung in Gebärdensprache? Diese accessibility tools zeigen nicht nur, dass das Theater im Allgemeinen ein überaus exklusiver Ort ist, sondern sie etablieren Zuschauerinnen und Zuschauer mit Behinderung auch als eine distinkte Gruppe von Menschen, die vermeintlich oder tatsächlich nicht in der Lage sind, einer regulären Aufführung zu folgen. Theater wird hier also nach wie vor als ein Ort für Menschen ohne Behinderung gedacht, der durch nachträgliche Anpassungen zeitweise für Menschen »mit besonderen Bedürfnissen« zugänglich gemacht wird.
Ich vertrete die These, dass es für ein »Theater für alle« nicht ausreicht, nachträglich einen barrierefreien Zugang herzustellen. Vielmehr muss ein Theater, das Zuschauerinnen und Zuschauer mit und ohne Behinderung gleichermaßen ernst nimmt, neue Ästhetiken entwickeln, die die Wahrnehmungsmodi und kulturellen Hintergründe eines heterogenen Publikums von Anfang an berücksichtigen. Dieser These soll anhand von Beispielen aus dem Theater für Gehörlose und Hörende nachgegangen werden.

Zur Person

Dr. Rafael Ugarte Chacón ist Koordinator des philosophischen Graduiertenkollegs »Integrating Ethics and Epistemology of Scientific Research« (Leibniz Universität Hannover/Universität Bielefeld). Er promovierte am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin über Theateraufführungen, die sich gleichermaßen an Gehörlose und Hörende richten. Daneben arbeitete er als Regieassistent und Dramaturg in Theaterprojekten mit gehörlosen, schwerhörigen, hörenden und mehrfachbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund.