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Kreativität und Diversität

Die vierte Säule der LeibnizWerkstatt umfasst handlungs-, kultur- und körperbezogene Sprachvermittlung über Bewegung, szenisches Spiel und Kulturangebote. Sie versteht sich u.a. als sportliche, theaterpädagogische bzw. kunstpädagogische Herangehensweise. Weitere Themen in diesem Block sind Diversität, geschlechterspezifische Problematiken und Rassismuskritik.

Beitragende

Die Beitragenden zu Kreativität und indirekter Sprachvermittlung sind:

  • Franziska Aeschlimann, boat people projekt
  • Nicola Bongard, Pepperworth Produktionen
  • Dr. Rafael Ugarte Chacón, Institut für Philosophie
  • Hans Fredeweß, Compagnie Fredeweß
  • Dr. Mihaela Iclodean, Niedersächsisches Staatstheater
  • Katja Krause, kestnergesellschaft & Sprengel Museum, Hannover

 Die Beitragenden zu Diversität und Differenzziehung sind:

  • Prof. Dr. Wanda Alberts, Institut für Theologie und Reliogionswissenschaft
  • Florian Grawan, Arbeitsstelle DiversitAS
  • Prof. Dr. Julia Gillen, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung
  • Helga Barbara Gundlach, Arbeitsstelle DiversitAS
  • PD Dr. Eva Kalny, Institut für Didaktik der Demokratie
  • Prof. Dr. Dirk Lange, Institut für Didaktik der Demokratie
  • Prof. Dr. Paul Mecheril, Center for Migration and Cultural Studies, Oldenburg
  • Dr. (des.) Catharina Peeck, Institut für Soziologie
  • Prof. Dr. Rolf Pohl, Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie
  • Dr. Ina Rust, Institut für Soziologie
  • Irmhild Schrader, Arbeitsstelle DiversitAS
  • PD Dr. Gerd Sebald, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Dr. Isabel Sievers, Hochschulbüro für ChancenVielfalt
  • PD Dr. Nina Clara Tiesler, Institut für Soziologie

Ästhetiken des Zugangs: Dr. Rafael Ugarte Chacón

Ästhetiken des Zugangs - Theater für Gehörlose und Hörende

Vortrag und Diskussion in der Aprilwerkstatt, 2017

Wie gestaltet man ein Theater, das die körperlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Gehörlosen und Hörenden berücksichtigt? Wie wird dabei mit Verständigungsschwierigkeiten umgegangen? Und welche Machtgefälle und Diskriminierungsstrukturen bestehen? Anhand mehrerer Beispiele werden Grenzen und Potentiale interkultureller Aufführungen für Gehörlose und Hörende mit und ohne Migrationshintergrund diskutiert.

Zur Person
Dr. Rafael Ugarte Chacón ist Koordinator des philosophischen Graduiertenkollegs "Integrating Ethics and Epistemology of Scientific Research" (Leibniz Universität Hannover/Universität Bielefeld). Er promovierte am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin über Theateraufführungen, die sich gleichermaßen an Gehörlose und Hörende richten. Daneben arbeitete er als Regieassistent und Dramaturg in Theaterprojekten mit gehörlosen, schwerhörigen, hörenden und mehrfachbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund.

Berufliche Aus- und Weiterbildung: Prof. Dr. Julia Gillen

Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance? Herausforderungen für den Umgang mit Diversität und die Arbeit mit Geflüchteten

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Trotz aller bildungspolitischen Absichtserklärungen ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland eine Gleichzeitigkeit von Bildungsexpansion und sozialer Ungleichheit von Bildungschancen zu konstatieren. Auch für die berufliche und betriebliche Weiterbildung ist festzustellen, dass sie einem Selektions- und Segmentationsmechanismus unterliegt und damit exkludierende Wirkungen des Bildungssystems fortgeschrieben werden. Im Vortrag erfolgt eine Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Dabei wird mit Blick auf die soziale Ungleichheit und Weiterbildungsbeteiligung geprüft, welche Gruppen in welchem Umfang an Weiterbildung teilhaben. 

Zentrale Fragen des Vortrags sind:

  • Welche Maßnahmen sind wirkungsvoll, um Weiterbildungsbeteiligung auf allen Bildungsebenen zu befördern?
  • Welche Konsequenzen können vor diesem Hintergrund für die Arbeit mit Geflüchteten gezogen werden? 

Zur Person

Frau Prof. Dr. Julia Gillen ist seit September 2011 Professorin für Berufspädagogik: Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. An der Leibniz Universität Hannover ist sie zudem Direktorin der Leibniz School of Education. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten an der Professur für Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehören Kompetenzentwicklung und Kompetenzerfassung in schulischen und betrieblichen Kontexten sowie Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung.

Bilder und Stereotypen: Irmhild Schrader

a) Bilder und Stereotypen: Was weiß-denke-fühle ich eigentlich?

Vortrag und Workshop in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2016

Der öffentliche Diskurs über Geflüchtete fließt auch in die freiwillige/ehrenamtliche Arbeit in Initiativen vor Ort ein. Neben einer Reflexion der eigenen Bilder geht es in der Werkstatt um die Frage nach Motiven, Machtstrukturen und Politisierungstendenzen in Helfergruppen. Bezugspunkt ist die EFA-Studie von Serhat Karakayali und J. Olaf Kleist, betitelt Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland und erschienen bei BIM, 2015.

b) Unterstützungsarbeit - Auf Augenhöhe mit Geflüchteten?!

Workshop und Diskussion in der Juniwerkstatt, 2017

Unterstützungsarbeit bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Paternalismus und Solidarität. Im Mittelpunkt des Workshops steht die kritische Auseinandersetzung mit einem ›Reflexionsvideo‹, das Irritationen und Stereotypisierungen in der Praxis thematisiert und versucht, auch strukturelle Ursachen des Ungleichgewichts in der Begegnung zwischen Helfenden und Geflüchteten aufzuzeigen. Der Workshop soll Denkanstöße für zwei Ebenen bieten: das Nachdenken über die eigene Position und die Frage nach der Eignung des Films in der pädagogischen Arbeit.

Zur Person

Irmhild Schrader ist Erwachsenenbildnerin (Dipl.Päd.) und arbeitet als Lehrbeauftragte der Arbeitsstelle DiversitAS an der Leibniz Universität Hannover. Sie ist Ausbilderin für das Programm »Eine Welt der Vielfalt/A World of Difference« (Diversität & Antidiskriminierung) und arbeitet in Projekten an der Schnittstelle zwischen Politikberatung & Zivilgesellschaft (beispielsweise Stadtteil-Projekt »LindenVision«; Janusz-Korczak-Verein Hannover: »Kinderrechte und UMF«).

Community Dance: Hans Fredeweß

Community Dance: Tanz als integratives Medium

Workshop und praxisnaher Input in der Juniwerkstatt, 2017

Aufgrund der Arbeit mit Sprachlernklassen im Rahmen ihrer Initiative »MOTS – Moderner Tanz für Schulen« und in Community Dance Projekten mit verschiedenen Flüchtlings-Unterkünften kann die Compagnie Fredeweß auf umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit jungen Migrant_innen zurückgreifen. Davon ausgehend, dass sich unter den Teilnehmenden etliche Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit teils geringen Deutschkenntnissen befinden, wird stets Wert auf eine nonverbale Vorgehensweise gelegt. In der Bewegungsdynamik des gemeinsamen Tanzes tritt die Sprache in den Hintergrund: die Teilnehmenden können sich in ihrer körperlichen Energie erleben und ihr körperliches Ausdrucksvermögen weiterentwickeln. Dies fördert wiederum die Kommunikation, wenn innerhalb der Tanzworkshops nach und nach freier mit Händen, Füßen und Gesten kommuniziert wird. Durch das Heranführen an das individuelle, kreative Bewegungspotential und die eigene körperliche Ausdrucksfähigkeit wird ein positiver Umgang mit dem eigenen Körper gefördert und die eigene Selbstwirksamkeit gestärkt. Den TeilnehmerInnen wird auf Augenhöhe begegnet: Jeder hat andere körperliche und darstellerische Ausdrucksmöglichkeiten und kann jeweils etwas Eigenes zum Gelingen des Projektes beitragen – unabhängig von Sprachkenntnissen oder der körperlichen und seelischen Verfassung.

Zur Person

Hans Fredeweß studierte Tanz bei Manja Chmièl (langjährige Assistentin Mary Wigman’s) und an der Folkwang Hochschule Essen. Seit einem Engagement als Choreografischer Assistent bei Susanne Linke am Tanztheater Bremen in der Spielzeit 1993/94 entwickelt er eigene Choreografien und war 1995 Preisträger des 9. Internationalen Choreografen-Wettbewerbs in Hannover. Mit Gründung der Compagnie Fredeweß im Jahr 1998 konzentrierte sich das künstlerische Schaffen von Hans Fredeweß auf die eigene Spielstätte Tanzhaus im AhrbergViertel, wo er gemeinsam mit der Tänzerin Natascha Hahn jährlich neue Tanzproduktionen erarbeitet. Seine langjährigen Erfahrungen und Methoden im Bereich kulturelle Kinder- und Jugendbildung gibt Hans Fredeweß regelmäßig in Form von Lehraufträgen weiter, zuletzt an der Leibniz Universität Hannover im WS 2015/16 am Institut für Sportwissenschaften und im WS 2016/17 im Studiengang Darstellendes Spiel. Zudem ist Fredeweß seit Beginn des Jahres 2016 im Rahmen eines Kreativzirkels zum Thema „Musik, Sprache, Teilhabe“ beratend für die Bertelsmann-Stiftung tätig.

Zum Tanzensemble

Seit 2000 ist die Compagnie Fredeweß im Tanzhaus im AhrbergViertel beheimatet, wo sie ihr Publikum regelmäßig zu Tanzabenden begrüßt. Die Produktionen von modern-zeitgenössischem Tanz werden auf hohem professionellem Niveau mit internationalen Gast-Tänzer_innen erarbeitet. Auf Basis ihrer künstlerischen Arbeit bietet die Compagnie außerdem Formate an, in denen Kinder und Jugendliche modern-zeitgenössischen Tanz sehen, selber ausprobieren und aufführen. Seit Gründung der Initiative MOTS – Moderner Tanz für Schulen im Jahr 2005 wurden bereits weit über 70 Schulen in tanzkunstvermittelnden Projekten erreicht und »in Bewegung gebracht« wurden. Seit 2015 hat sich zudem das offene Konzept des Community Dance als weitere Arbeitsgrundlage des Tanzensembles etabliert, in denen Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunftsländer gemeinsam Tanz-Aufführungen erarbeiten.

Diversitätssensible Bildungsarbeit: Dr. Isabel Sievers

Diversitätssensible Bildungsarbeit – Was bedeutet das eigentlich für (angehende) Lehrkräfte?

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2016/17

Gesellschaftliche Veränderungen, Migration und Flucht führen zu zunehmender Vielfalt in der Gesellschaft und ihren Institutionen, was sich insbesondere im Bildungsbereich bemerkbar macht. Diese Diversität von Sprachen, Kulturen, Religionen und Sozialschichten stellt Lernende aber auch Lehrende vor Herausforderungen und wirft die Frage auf, wie pädagogische Fachkräfte in Bildungskontexten mit dieser Vielfalt umgehen. Wie nehmen sie die Diversität der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wahr? Welche Einstellungen haben sie in Bezug auf die Vielfalt und den Umgang mit dieser? Welche Rolle spielen hier z.B. ethnische und kulturelle Zuschreibungsprozesse (Erwartungseffekte und Stereotype Threat)? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich der Vortrag, der den Blick auf das Handeln pädagogischer Fachkräfte in einem von Vielfalt geprägten Bildungssystem richtet und gleichzeitig eine Einordnung aktueller Begriffe und Diskurse um Diversität und eine diversitätssensible Bildungsarbeit vornimmt.

Zur Person

Dr. Isabel Sievers ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Profilschwerpunkt Diversität und Inklusion an der Leibniz School of Education und Referentin für Diversity Management im Gleichstellungsbüro der Leibniz Universität.

Dreimal K: Katja Krause

Dreimal K: #Kunst#Kultur#Kreativität

Workshop in der Ferien- und der Pfingstwerkstatt

In Wort, Bild, Papier und Farbe stellt eine Kunstvermittlerin und Kleinkünstlerin anschaulich ihr kreatives Arbeitsumfeld in Hannover vor. Katja Krause berichtet über ihre Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kunstmuseen wie dem Sprengel Museum Hannover und der kestnergesellschaft. Sie stellt Kunst- und Theaterprojekte an Grundschulen sowie in Einrichtungen der Stadtteilkulturarbeit vor und gewährt den Interessierten damit einen Einblick in ein künstlerisch und kunstvermittelndes Tätigkeitsfeld. Kern des Workshops ist die praktische Erprobung verschiedener kunstpädagogischer Methoden in Kleingruppen, ergänzt durch eine Reflexionsphase.

Zur Person

Katja Krause hat Pädagogik und Religionswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover studiert. Seit 2009 arbeitet sie freiberuflich mit pädagogischem Schwerpunkt in der Kunstvermittlung. Sie ist regelmäßig und projektbezogen u.a. tätig für: Sprengel Museum Hannover, kestnergesellschaft, Staatsoper Hannover, Kleines Fest im Großen Garten, FB Bildung und Qualifizierung, Kommunaler Sozialdienst/Schulsozialarbeit, Creo e.V., Kulturkirche Markuskirche Hannover, SPOKUSA e.V., NaDu-Kinderhaus Sahlkamp, CJD Hannover - Zentrum für frühe Begabung und Förderung. Im Rahmen ihrer Arbeit hat und sucht sie zunehmend Kontakt und kreative Begegnungen mit Geflüchteten.

Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit: Dr. Ina Rust

Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Das ehrenamtliche Engagement zugunsten von Geflüchteten hat in den Jahren 2015/ 2016 in Deutschland einen Höhepunkt erreicht. Ehrenamtliche unterstützen dabei einzelne Menschen (Einzelfallarbeit in allen Lebensbereichen, z.B. Begleitung zu Banken, Arztterminen oder ins Jobcenter) oder machen gruppenbezogene Angebote (z.B. Sportkurse für Geflüchtete, private Sprachkurse, Nachhilfeangebote oder eine Mitmach-Fahrradwerkstatt). Einige helfen „nebenbei“, für andere wird das Helfen zu einer neuen Lebensaufgabe. So unterschiedlich das Engagement ist, so unterschiedlich sind Motive der Ehrenamtlichen, ihre Erfahrungen und Wertungen des Geschehenen. Im Rahmen von qualitativen Lehrforschungsprojekten wurden diese und weitere Aspekte in Interviews mit Ehrenamtlichen aus der Stadt und Region Hannover untersucht. Im Vortrag wird aus diesen berichtet und es wird ein Diskussionsimpuls gegeben.

Zur Person

Dr. Ina Rust studierte Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen. Seit 2011 arbeitet sie am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover im Bereich der qualitativen Methodenausbildung. Eines ihrer Forschungsinteressen ist der Bereich Geflüchtetenforschung. Sie ist Mitglied der Arbeitsstelle Diversität Migration Bildung (DiversitAS).

Ethnizität als reale Fiktion: PD Dr. Nina Clara Tiesler

Ethnizität als reale Fiktion – Diskursive Konstruktionen mit gesellschaftlicher Wirkungsmacht

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Die Wortschöpfung »ethnische Konflikte« kolportiert, dass Ethnizität Gewalt produzieren würde. Spätestens seit der fundierten Analyse des Bosnien Konflikts wissen wir, dass es sich andersherum verhält: Hier produzierte die Erfahrung von Gewalt Ethnizität. Was also ist Ethnizität? In der diskursiven Konstruktion gesellschaftlicher Gruppierungen und Großgruppen werden Herrschaftsverhältnisse und Etablierten-Außenseiter-Konfigurationen sichtbar. Gerade die prominenteste Form von Identitätspolitik, nämlich Ethnizität, organisiert dabei - wie auch immer definierte - »kulturelle« Unterschiede in Mustern sozialer Ungleichheit. Während die Entstehung und wechselnde Formen von Ethnizität gesellschaftlich konstruiert, situativ und historischen Zufällen unterworfen sind, haben ethnisierende Identitätspolitiken doch eine objektive Wirkungsmacht - und können im Alltagsbewusstsein in Zeiten von Traditionsverlust die Funktion einer Sinnplombe erfüllen.

Zur Person

PD Dr. Nina Clara Tiesler promovierte in Religionswissenschaft über Muslim_innen in Europa und Identitätspolitik (Hannover 2004) und war im Anschluss daran zehn Jahre am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon in der empirischen (Feld-)Forschung tätig. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Soziologische Theorie an der Leibniz Universität Hannover und habilitierte sich 2015 in der Soziologie und Kulturanthropologie mit einer Arbeit über die Entstehung von Ethnizität.

Flucht und Vertreibung: PD Dr. Eva Kalny

Flucht und Vertreibung – eine intersektionale Perspektive
Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2016

Flüchtlinge sind keine homogene Gruppe. Unterschiede auf Grund von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft oder sexueller Orientierung sowie unterschiedliche gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen bewirken neue Einschränkungen und Möglichkeiten für Menschen auf der Flucht. Diese Bandbreite an Erfahrungen wird anhand unterschiedlicher Beispiele und mithilfe des Konzepts der Intersektionalität analysiert, Konsequenzen für die Praxis werden erörtert.

Zur Person

Eva Kalny vom Institut für Soziologie (Arbeitsbereich Kulturanthropologie und Weltgeschichte) hat in Wien am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie über indigenes Gewohnheitsrecht und Menschenrechte in Guatemala dissertiert und in Hannover habilitiert. Neben ihrer Habilitationsschrift über soziale Bewegungen in Guatemala hat sie sich mit unterschiedlichen Ausprägungen des antimuslimischen Rassismus in Wien und Hannover befasst.

Fremdenfeindlichkeit: Prof. Dr. Rolf Pohl

(a) Das ›Eigene‹ und das ›Andere‹. Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; WiSe 2016/17

Was treibt Menschen dazu, sich abwertend, feindselig oder gar gewalttätig gegenüber denen, die ihnen fremd erscheinen, zu verhalten? Der Hass auf Fremde bei gleichzeitiger Selbstdefinition durch die Zugehörigkeit zu einer »überlegenen« Gruppe, »Rasse«, Kultur oder Nation ist irrational und trägt wahnhafte Züge. Individuell und kollektiv steht dabei ein unbewusster Mechanismus im Umgang mit dem »Eigenen« und dem »Anderen« im Mittelpunkt: Das im Innern abgespaltene und als fremd und bedrohlich empfundene Eigene wird auf äußere Feinde projiziert und stellvertretend an ihnen verfolgt. Was aber ist in diesem Zusammenhang eigentlich »das Fremde«? Und welche Rolle spielen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bei den aktuell wieder angestiegenen Ausbrüchen von Fremdenhass? Diesen Fragen wird sich der Vortrag aus einer sozialpsychologischen Sicht annähern.

(b) »Der Dreck muss weg«. Eine Einführung in die Sozialpsychologie des Rassismus

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; SoSe 2017

Der Kern der aktuellen Fremdenfeindlichkeit ist ein Rassismus, der mal traditionell im biologischen Gewand, mal als kultureller (Neo-)Rassismus auftritt. Gemeinsames Merkmal aller unterschiedlichen Formen ist eine politisierbare Störung der sozialen Wahrnehmung, die es scheinbar mühelos erlaubt, die als feindlich konstruierte und deswegen gehasste Fremdgruppe unter Bezug auf ihre angeblichen minderwertigen »Wesensmerkmale« zu diskriminieren, auszugrenzen und zu verfolgen. Der Vortrag wird den Ursachen, Erscheinungsformen und Wirkungsweisen des Rassismus aus einer sozialpsychologischen Perspektive nachgehen, wobei insbesondere die Projektion und ihre psychosoziale Bedeutung als Mittel der Abwehr persönlicher und sozialer Ängste im Mittelpunkt stehen werden.

(c) Was heißt »postfaktisches Zeitalter«? Zur Sozialpsychologie des aktuellen Rechtspopulismus

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; WiSe 2017/2018

Populismus entsteht nicht aus dem Nichts, sondern immer im Gefolge ökonomischer Krisen, gesellschaftlicher Umbrüche und von Krisen der repräsentativen Demokratie. Er ist als Massenbewegung von der denunziatorischen Ablehnung von Eliten und Institutionen, einem Anti-Intellektualismus, von verschwörungstheoretischem Denken sowie einer aggressiven Polarisierung und Personalisierung geprägt, die sich vor allem auf den »gesunden Menschenverstand« (common sense) beruft. Damit geht eine starre Betonung des Gegensatzes von einfachem, »reinem« Volk und »korrupter« Elite einher. Wie entstehen solche ressentimentgeleiteten Massenbewegungen, was macht Menschen immer wieder anfällig für populistische Rhetorik und welche Rolle spielt dabei eine gezielte Propaganda, die beispielsweise von der AfD zunehmend selbst als »völkisch« ausgegeben wird? Diesen Fragen wird der Vortrag vor allem aus einer massenpsychologischen Sicht nachgehen.

Zur Person

Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

Geflüchtetsein: Dr. (des.) Mihaela Iclodean

Geflüchtetsein: Ein theaterpädagogischer Zugang

Workshop in Blockveranstaltungen

Wie ist es, sich fremd und unsicher zu fühlen? Diese Frage thematisiert der Workshop, indem theaterpraktische Spiele und Übungen erprobt und reflektiert werden. Auf diese Weise können die Teilnehmenden Grenzen erfahren und damit umgehen, es werden ihnen Perspektivwechsel und verschiedene Erfahrungen von Distanz und Nähe ermöglicht. Die Übungen zeigen, wie völlig ohne Sprache eine gewisse Intimität entstehen kann. Der Workshop liefert zudem viele praktische Tipps und Anregungen, wie man die Spiele auf den Sprachunterricht übertragen kann. Dabei stehen stets das gemeinsame Erleben und der Spaß im Vordergrund, es können durch Methoden der Theaterpädagogik aber auch so grundlegende Dinge wie Ausspracheschulung und Wortschatzarbeit unterstützt werden.

Zur Person

Mihaela Iclodean, aus Rumänien, kam zu Studienzwecken nach Deutschland. Nach einem Jahr Deutschunterricht studierte sie Sozialpsychologie, Soziologie und Anglistik. Parallel erhielt sie das Zertifikat Ästhetische Bildung und Gestaltung im Bereich Theater und Theaterpädagogik an der Universität Hannover.Von 2009 bis 2014 hatte sie eine Fest- anstellung als Musiktheaterpädagogin an der Staatsoper Hannover inne. Nach ihrer Dissertation im Fach Soziologie zu Interkulturellem Theater und Psycho- analyse arbeitet sie wieder freischaffend. 

     

Inclusive Citizenship Education - Prof. Dr. Dirk Lange

Inclusive Citizenship Education. Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa der Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit sozialer Ungleichheit. Der »Inclusive Citizenship Education« stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

Zur Person

Dirk Lange lehrt Didaktik der Politischen Bildung an den Universitäten Wien und Hannover. Er ist Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie (IDD). Neben den Forschungskonzepten »Bürgerbewusstsein« und »Inclusive Citizenship« liegen aktuelle Arbeitsschwerpunkte im Feld der Demokratiebildung, Historisch-politischen Didaktik und Migrationspolitischen Bildung.

Integration und Rassismuskritik: Florian Grawan

Rassismuskritik: Migrationsgesellschaftliche Perspektive(n)

Workshop und Reflexion in der Ferien- und Herbstwerkstatt

Der Workshop befasst sich kritisch mit Stereotypen und »Schubladendenken«, indem er mittels verschiedener praktischer Übungen auf spielerische Weise eigene Denkmuster und Kategorien enttarnt. So erhalten die Teilnehmenden Impulse zum Perspektivwechsel und werden angeregt, die Selbst- und Weltsichten anderer Menschen und auch deren spezifische Probleme zu reflektieren. Die praktischen Übungen werden durch Reflexions- und Kritikrunden ergänzt.

Migrationspädagogische Perspektiven auf ›Integration

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Integration zählt als eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere seitdem Deutschland von einer vermeintlichen ›Flüchtlingskrise‹ betroffen ist. Es kursieren daher Begriffe wie ›Fachkräftemangel‹, ›Willkommenskultur‹ und ›Blue Card‹. Integration erscheint in der öffentlichen Debatte aber immer mehr als eine »ideologische Leerformel« (Schrader/Nikles/Griese 1976), als Phänomen, das alles und nichts bedeutet. Was genau ist also unter Integration zu verstehen? Wie wird das Phänomen von staatlicher und medialer Seite konstruiert und welche ›Integrationspolitiken‹ gehen damit einher? Anhand von Beispielen sollen in dem Vortrag die Konstruktionen eines Gegenübers von ›Wir‹ und ›den Anderen‹ im Rahmen des Integrationsdispositivs dargestellt werden.

Zur Person

Florian Grawan von der Arbeitsstelle DiversitAS studierte Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Pädagogisches Fallverstehen an der Leibniz Universität Hannover. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berufspädagogik und Projektmitarbeiter im Verbundprojekt »Cultural Heritage als Ressource?«. Zu seinen Interessenschwerpunkten zählen Kritische Migrations- und Rassismusforschung, Migrationspädagogik/Diversity Education, Geflüchtetenforschung und Postcolonial Studies.

Interkulturelles und Diversity-Training: Helga Barbara Gundlach

Interkulturelles und Diversity-Training

Workshop und Austausch in der Augustwerkstatt, 2017

Interkulturelle oder Diversity-Kompetenz wird heute stark nachgefragt. Doch was verbirgt sich dahinter? Ist es wichtig, viel über andere Kulturen zu wissen oder erst einmal über die eigene kulturelle Prägung nachzudenken? Der Workshop will für das Thema sensibilisieren bzw. Vorwissen einordnen und vertiefen. Anhand verschiedener lebendiger Methoden werden Bezüge zu konkreten Beispielen in der Kommunikation mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung hergestellt. 

Zur Person

Helga Barbara Gundlach ist seit 2007 Lehrbeauftragte bei der Arbeitsstelle DiversitAS. Nach internationalen Tätigkeiten im künstlerischen und Veranstaltungsbereich studierte sie Religionswissenschaft und machte zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Interkulturelle Kompetenz/Diversity, Pädagogik/Methodik, Beratung/Psychologie und Arbeitswissenschaft. Als freiberufliche Trainerin und Beraterin ist sie u.a. für mehrere Kommunen und Ministerien tätig, insbesondere aber auch für Kitas, Schulen, diverse Bildungsträger und soziale Einrichtungen. Sie ist nach  dem Konzept Xpert Culture Communication Skills® zertifiziert, dort langjährig im Beratungsausschuss aktiv und als Regionalbeauftragte für weitere Trainer_innen zuständig. 

Intersektionalität als Perspektive: Dr. Catharina Peeck

Geschlecht, Klasse, Ethnizität und…? Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Das Konzept Intersektionalität schließt an feministische Debatten um die vielfältigen Diskriminierungen von Frauen unterschiedlicher Positionierung an. Sie haben Stichworte wie »triple oppression« oder Mehrfachunterdrückung hervorgebracht und die Kategorien Geschlecht, Klasse und Rasse/Ethnizität thematisiert. Intersektionalität verwirft diese Strukturkategorien nicht, verweist aber darauf, dass sie miteinander verwoben, situativ unterschiedlich wirksam und mit anderen Kategorien (z.B. Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung) verknüpft sein können. Daran anschließend setzt sich der Vortrag mit der Frage auseinander, wie Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft nützlich ist. Anhand des Beispiels muslimischer Frauen soll diskutiert werden, wie Ungleichheiten im Hinblick auf ihre Wechselwirkungen analysiert werden können und welche politischen Strategien daraus entstehen können.

Zur Person

Dr. (des.) Catharina Peeck arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Soziologische Theorie am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover und hat ihre Dissertation über die Rolle von Geschlecht in der britischen Antiterrorstrategie im vergangenen Jahr abgeschlossen. Aktuelle Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Geschlechterforschung, Versicherheitlichung und Soziale Bewegungen.

Migration und Gedächtnis: PD Dr. Gerd Sebald

Migration und Gedächtnis. Überlegungen auf der Basis von Alfred Schütz’ »Der Fremde. Ein sozialpsychologischer Versuch«

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Einer der klassischen Texte der Migrationssoziologie ist »Der Fremde« von Alfred Schütz. Schütz ist selbst 1938/39 mit seiner Familie in die USA emigriert und analysiert in dem Text die Erfahrung eines Neuankömmlings. In dem Vortrag wird Herr Dr. Gerd Sebald anhand dieses Textes Gedächtnisleistungen und -formen im Migrationsprozess herausarbeiten und auf einige Lücken in Schütz' Analyse hinweisen, die anhand aktueller Studien gefüllt werden sollen.

Zur Person

PD Dr. Gerd Sebald arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Erlangen. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Wissenssoziologie, Mediensoziologie und soziale Gedächtnisse. Er ist Redakteur und Herausgeber in der Edition der Alfred Schütz Werkausgabe.

Religiöse Diversität: Prof. Dr. Wanda Alberts

Religiöse Diversität als Gegenstand schulischen Unterrichts

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

In diesem Vortrag wird in europäischer Perspektive der Frage nachgegangen, in welchen Kontexten und unter welchen Rahmenbedingungen Schüler in unterschiedlichen europäischen Ländern über religiöse Diversität lernen. Hierbei werden die unterschiedlichen Vorannahmen der Modelle analysiert, d.h. welche Art von Lernen über Religionen und Religion in der Schule in welchen Kontexten als möglich und wünschenswert betrachtet wird. Als Ort gemeinsamen Lernens über unterschiedliche Religionen kommen besonders Modelle des integrativen (d.h. gemeinsamen, von religiöser oder nicht-religiöser Zugehörigkeit unabhängigen) Religionsunterrichts in den Blick, wie er beispielsweise in Skandinavien verpflichtend ist. Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Unterrichts werden bezüglich seines Verhältnisses zum Recht auf Religionsfreiheit anhand von Beispielen aufgezeigt. Abschließend wird erläutert, zu welchen Arten schulischen Lernens über Religion/en die säkulare Religionswissenschaft als Bezugsdisziplin in Betracht kommt.

Zur Person

Wanda Alberts ist Professorin für Religionswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover und hat Verantwortung für die religionswissenschaftliche Lehrerausbildung für das Fach "Werte und Normen". Gemeinsam mit Tim Jensen leitet sie die Working Group on Religion in Public Education der European Association for the Study of Religions (EASR). Sie hat zu Modellen schulischen Lernens über religiöse Diversität in unterschiedlichen Ländern geforscht und an der Universität Bergen in Norwegen ein religionswissenschaftliches Lehrerausbildungsprogramm aufgebaut.

Solidarische Bildung: Prof. Dr. Paul Mecheril

Für solidarische Bildung in der globalen Gesellschaft. Migrationspädagogische Überlegungen

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

»Migration« ist ein grundlegendes Kennzeichen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. In meinem Vortrag möchte ich zunächst diese Herausforderung genauer skizzieren und anschließend den Ansatz der Migrationspädagogik vorstellen. Migrationspädagogik kann als Einladung zu einer Praxis des Denkens, Sprechens und Handelns verstanden werden, die versucht, Dominanzverhältnisse der Migrationsgesellschaft zu erkennen und Bedingungen zu erkennen, die es möglich machen, dass weniger Dominanz erforderlich ist. Die Frage, was es wohl hieße in der Migrationsgesellschaft gebildet zu sein, steht im Mittelpunkt meines Vortrags.

Zur Person

Prof. Dr. Paul Mecheril lehrt am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen und Bildung. 

Spielend verstehen: Nicola Bongard

Spielend verstehen und zusammen lernen

Workshop und Austausch in der Spätsommer- und Herbstwerkstatt

Der Workshop soll einen produktiven Austausch über verschiedene  Herangehensweisen und Methoden in der künstlerischen Zusammenarbeit mit erwachsenen Geflüchteten und deren Kindern ermöglichen. Wie geht man mit Sprachbarrieren um bzw. umgeht die klassische Aufteilung in Lernende und Lehrende, wie erreiche ich die Teilnehmenden mit einer verspielten Leichtigkeit, wie entlocke ich jenseits von Sprache den Menschen, was sie bewegt und was sie bereits mitbringen? Spielformen aus dem theaterpädagogischen und dem Bereich des kreativen Schreibens werden vorgestellt. Mögliche Themen werden eruiert, Problemstellen aufgezeigt und diskutiert, verschiedene Ansätze praktisch erprobt.

Zur Person

Nicola Bongard, Jahrgang 1965, ist Diplom-Kulturpädagogin und arbeitet seit vielen Jahren als Dramaturgin, Autorin und Regisseurin in der freien Theaterszene Niedersachsens. Sie leitet außerdem Schreibworkshops und bringt im Zusammenschluss mit anderen Kulturschaffenden Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte auf die Bühne. Ihre bisherigen Produktionen sind auf ihrer Webseite Pepperworth Produktionen zu finden.

Zusammen lernen: Franziska Aeschlimann

Spielend verstehen und zusammen lernen

Workshop in der Augustwerkstatt, 2017

Der Workshop soll einen produktiven Austausch über verschiedene  Herangehensweisen und Methoden in der künstlerischen Zusammenarbeit mit erwachsenen Geflüchteten und deren Kindern ermöglichen. Wie geht man mit Sprachbarrieren um bzw. umgeht die klassische Aufteilung in Lernende und Lehrende, wie erreiche ich die Teilnehmenden mit einer verspielten Leichtigkeit, wie entlocke ich jenseits von Sprache den Menschen, was sie bewegt und was sie bereits mitbringen? Es werden Spielformen aus dem theaterpädagogischen Bereich vorgestellt und praktisch ausprobiert. Mögliche Themen werden eruiert, Problemstellen aufgezeigt und erläutert, warum kreative Methoden auch für Geflüchtete ein wunderbarer Weg zum Lernen und Ankommen ist.

Zur Person 

Franziska Aeschlimann ist Schauspielerin, Regisseurin und Workshopleiterin im Freien Theater boat people projekt in Göttingen. Seit vielen Jahren arbeitet  boat people projekt schwerpunktmäßig mit Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. In einer Unterkunft für Geflüchtete leitet sie einen Bewegungstheater-Workshop für Frauen und Mädchen. Außerdem ist sie freiberuflich als Coach und Trainerin für Präsentation und Kommunikation tätig.

 

 

Beitragende

Die Beitragenden zu Kreativität und indirekter Sprachvermittlung sind:

  • Franziska Aeschlimann, boat people projekt
  • Nicola Bongard, Pepperworth Produktionen
  • Dr. Rafael Ugarte Chacón, Institut für Philosophie
  • Hans Fredeweß, Compagnie Fredeweß
  • Dr. Mihaela Iclodean, Niedersächsisches Staatstheater
  • Katja Krause, kestnergesellschaft & Sprengel Museum, Hannover

 Die Beitragenden zu Diversität und Differenzziehung sind:

  • Prof. Dr. Wanda Alberts, Institut für Theologie und Reliogionswissenschaft
  • Florian Grawan, Arbeitsstelle DiversitAS
  • Prof. Dr. Julia Gillen, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung
  • Helga Barbara Gundlach, Arbeitsstelle DiversitAS
  • PD Dr. Eva Kalny, Institut für Didaktik der Demokratie
  • Prof. Dr. Dirk Lange, Institut für Didaktik der Demokratie
  • Prof. Dr. Paul Mecheril, Center for Migration and Cultural Studies, Oldenburg
  • Dr. (des.) Catharina Peeck, Institut für Soziologie
  • Prof. Dr. Rolf Pohl, Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie
  • Dr. Ina Rust, Institut für Soziologie
  • Irmhild Schrader, Arbeitsstelle DiversitAS
  • PD Dr. Gerd Sebald, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Dr. Isabel Sievers, Hochschulbüro für ChancenVielfalt
  • PD Dr. Nina Clara Tiesler, Institut für Soziologie

Ästhetiken des Zugangs: Dr. Rafael Ugarte Chacón

Ästhetiken des Zugangs - Theater für Gehörlose und Hörende

Vortrag und Diskussion in der Aprilwerkstatt, 2017

Wie gestaltet man ein Theater, das die körperlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Gehörlosen und Hörenden berücksichtigt? Wie wird dabei mit Verständigungsschwierigkeiten umgegangen? Und welche Machtgefälle und Diskriminierungsstrukturen bestehen? Anhand mehrerer Beispiele werden Grenzen und Potentiale interkultureller Aufführungen für Gehörlose und Hörende mit und ohne Migrationshintergrund diskutiert.

Zur Person
Dr. Rafael Ugarte Chacón ist Koordinator des philosophischen Graduiertenkollegs "Integrating Ethics and Epistemology of Scientific Research" (Leibniz Universität Hannover/Universität Bielefeld). Er promovierte am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin über Theateraufführungen, die sich gleichermaßen an Gehörlose und Hörende richten. Daneben arbeitete er als Regieassistent und Dramaturg in Theaterprojekten mit gehörlosen, schwerhörigen, hörenden und mehrfachbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund.

Berufliche Aus- und Weiterbildung: Prof. Dr. Julia Gillen

Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance? Herausforderungen für den Umgang mit Diversität und die Arbeit mit Geflüchteten

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Trotz aller bildungspolitischen Absichtserklärungen ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland eine Gleichzeitigkeit von Bildungsexpansion und sozialer Ungleichheit von Bildungschancen zu konstatieren. Auch für die berufliche und betriebliche Weiterbildung ist festzustellen, dass sie einem Selektions- und Segmentationsmechanismus unterliegt und damit exkludierende Wirkungen des Bildungssystems fortgeschrieben werden. Im Vortrag erfolgt eine Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Dabei wird mit Blick auf die soziale Ungleichheit und Weiterbildungsbeteiligung geprüft, welche Gruppen in welchem Umfang an Weiterbildung teilhaben. 

Zentrale Fragen des Vortrags sind:

  • Welche Maßnahmen sind wirkungsvoll, um Weiterbildungsbeteiligung auf allen Bildungsebenen zu befördern?
  • Welche Konsequenzen können vor diesem Hintergrund für die Arbeit mit Geflüchteten gezogen werden? 

Zur Person

Frau Prof. Dr. Julia Gillen ist seit September 2011 Professorin für Berufspädagogik: Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. An der Leibniz Universität Hannover ist sie zudem Direktorin der Leibniz School of Education. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten an der Professur für Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Organisations- und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehören Kompetenzentwicklung und Kompetenzerfassung in schulischen und betrieblichen Kontexten sowie Fragen der Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung.

Bilder und Stereotypen: Irmhild Schrader

a) Bilder und Stereotypen: Was weiß-denke-fühle ich eigentlich?

Vortrag und Workshop in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2016

Der öffentliche Diskurs über Geflüchtete fließt auch in die freiwillige/ehrenamtliche Arbeit in Initiativen vor Ort ein. Neben einer Reflexion der eigenen Bilder geht es in der Werkstatt um die Frage nach Motiven, Machtstrukturen und Politisierungstendenzen in Helfergruppen. Bezugspunkt ist die EFA-Studie von Serhat Karakayali und J. Olaf Kleist, betitelt Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland und erschienen bei BIM, 2015.

b) Unterstützungsarbeit - Auf Augenhöhe mit Geflüchteten?!

Workshop und Diskussion in der Juniwerkstatt, 2017

Unterstützungsarbeit bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Paternalismus und Solidarität. Im Mittelpunkt des Workshops steht die kritische Auseinandersetzung mit einem ›Reflexionsvideo‹, das Irritationen und Stereotypisierungen in der Praxis thematisiert und versucht, auch strukturelle Ursachen des Ungleichgewichts in der Begegnung zwischen Helfenden und Geflüchteten aufzuzeigen. Der Workshop soll Denkanstöße für zwei Ebenen bieten: das Nachdenken über die eigene Position und die Frage nach der Eignung des Films in der pädagogischen Arbeit.

Zur Person

Irmhild Schrader ist Erwachsenenbildnerin (Dipl.Päd.) und arbeitet als Lehrbeauftragte der Arbeitsstelle DiversitAS an der Leibniz Universität Hannover. Sie ist Ausbilderin für das Programm »Eine Welt der Vielfalt/A World of Difference« (Diversität & Antidiskriminierung) und arbeitet in Projekten an der Schnittstelle zwischen Politikberatung & Zivilgesellschaft (beispielsweise Stadtteil-Projekt »LindenVision«; Janusz-Korczak-Verein Hannover: »Kinderrechte und UMF«).

Community Dance: Hans Fredeweß

Community Dance: Tanz als integratives Medium

Workshop und praxisnaher Input in der Juniwerkstatt, 2017

Aufgrund der Arbeit mit Sprachlernklassen im Rahmen ihrer Initiative »MOTS – Moderner Tanz für Schulen« und in Community Dance Projekten mit verschiedenen Flüchtlings-Unterkünften kann die Compagnie Fredeweß auf umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit jungen Migrant_innen zurückgreifen. Davon ausgehend, dass sich unter den Teilnehmenden etliche Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit teils geringen Deutschkenntnissen befinden, wird stets Wert auf eine nonverbale Vorgehensweise gelegt. In der Bewegungsdynamik des gemeinsamen Tanzes tritt die Sprache in den Hintergrund: die Teilnehmenden können sich in ihrer körperlichen Energie erleben und ihr körperliches Ausdrucksvermögen weiterentwickeln. Dies fördert wiederum die Kommunikation, wenn innerhalb der Tanzworkshops nach und nach freier mit Händen, Füßen und Gesten kommuniziert wird. Durch das Heranführen an das individuelle, kreative Bewegungspotential und die eigene körperliche Ausdrucksfähigkeit wird ein positiver Umgang mit dem eigenen Körper gefördert und die eigene Selbstwirksamkeit gestärkt. Den TeilnehmerInnen wird auf Augenhöhe begegnet: Jeder hat andere körperliche und darstellerische Ausdrucksmöglichkeiten und kann jeweils etwas Eigenes zum Gelingen des Projektes beitragen – unabhängig von Sprachkenntnissen oder der körperlichen und seelischen Verfassung.

Zur Person

Hans Fredeweß studierte Tanz bei Manja Chmièl (langjährige Assistentin Mary Wigman’s) und an der Folkwang Hochschule Essen. Seit einem Engagement als Choreografischer Assistent bei Susanne Linke am Tanztheater Bremen in der Spielzeit 1993/94 entwickelt er eigene Choreografien und war 1995 Preisträger des 9. Internationalen Choreografen-Wettbewerbs in Hannover. Mit Gründung der Compagnie Fredeweß im Jahr 1998 konzentrierte sich das künstlerische Schaffen von Hans Fredeweß auf die eigene Spielstätte Tanzhaus im AhrbergViertel, wo er gemeinsam mit der Tänzerin Natascha Hahn jährlich neue Tanzproduktionen erarbeitet. Seine langjährigen Erfahrungen und Methoden im Bereich kulturelle Kinder- und Jugendbildung gibt Hans Fredeweß regelmäßig in Form von Lehraufträgen weiter, zuletzt an der Leibniz Universität Hannover im WS 2015/16 am Institut für Sportwissenschaften und im WS 2016/17 im Studiengang Darstellendes Spiel. Zudem ist Fredeweß seit Beginn des Jahres 2016 im Rahmen eines Kreativzirkels zum Thema „Musik, Sprache, Teilhabe“ beratend für die Bertelsmann-Stiftung tätig.

Zum Tanzensemble

Seit 2000 ist die Compagnie Fredeweß im Tanzhaus im AhrbergViertel beheimatet, wo sie ihr Publikum regelmäßig zu Tanzabenden begrüßt. Die Produktionen von modern-zeitgenössischem Tanz werden auf hohem professionellem Niveau mit internationalen Gast-Tänzer_innen erarbeitet. Auf Basis ihrer künstlerischen Arbeit bietet die Compagnie außerdem Formate an, in denen Kinder und Jugendliche modern-zeitgenössischen Tanz sehen, selber ausprobieren und aufführen. Seit Gründung der Initiative MOTS – Moderner Tanz für Schulen im Jahr 2005 wurden bereits weit über 70 Schulen in tanzkunstvermittelnden Projekten erreicht und »in Bewegung gebracht« wurden. Seit 2015 hat sich zudem das offene Konzept des Community Dance als weitere Arbeitsgrundlage des Tanzensembles etabliert, in denen Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunftsländer gemeinsam Tanz-Aufführungen erarbeiten.

Diversitätssensible Bildungsarbeit: Dr. Isabel Sievers

Diversitätssensible Bildungsarbeit – Was bedeutet das eigentlich für (angehende) Lehrkräfte?

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2016/17

Gesellschaftliche Veränderungen, Migration und Flucht führen zu zunehmender Vielfalt in der Gesellschaft und ihren Institutionen, was sich insbesondere im Bildungsbereich bemerkbar macht. Diese Diversität von Sprachen, Kulturen, Religionen und Sozialschichten stellt Lernende aber auch Lehrende vor Herausforderungen und wirft die Frage auf, wie pädagogische Fachkräfte in Bildungskontexten mit dieser Vielfalt umgehen. Wie nehmen sie die Diversität der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wahr? Welche Einstellungen haben sie in Bezug auf die Vielfalt und den Umgang mit dieser? Welche Rolle spielen hier z.B. ethnische und kulturelle Zuschreibungsprozesse (Erwartungseffekte und Stereotype Threat)? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich der Vortrag, der den Blick auf das Handeln pädagogischer Fachkräfte in einem von Vielfalt geprägten Bildungssystem richtet und gleichzeitig eine Einordnung aktueller Begriffe und Diskurse um Diversität und eine diversitätssensible Bildungsarbeit vornimmt.

Zur Person

Dr. Isabel Sievers ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Profilschwerpunkt Diversität und Inklusion an der Leibniz School of Education und Referentin für Diversity Management im Gleichstellungsbüro der Leibniz Universität.

Dreimal K: Katja Krause

Dreimal K: #Kunst#Kultur#Kreativität

Workshop in der Ferien- und der Pfingstwerkstatt

In Wort, Bild, Papier und Farbe stellt eine Kunstvermittlerin und Kleinkünstlerin anschaulich ihr kreatives Arbeitsumfeld in Hannover vor. Katja Krause berichtet über ihre Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kunstmuseen wie dem Sprengel Museum Hannover und der kestnergesellschaft. Sie stellt Kunst- und Theaterprojekte an Grundschulen sowie in Einrichtungen der Stadtteilkulturarbeit vor und gewährt den Interessierten damit einen Einblick in ein künstlerisch und kunstvermittelndes Tätigkeitsfeld. Kern des Workshops ist die praktische Erprobung verschiedener kunstpädagogischer Methoden in Kleingruppen, ergänzt durch eine Reflexionsphase.

Zur Person

Katja Krause hat Pädagogik und Religionswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover studiert. Seit 2009 arbeitet sie freiberuflich mit pädagogischem Schwerpunkt in der Kunstvermittlung. Sie ist regelmäßig und projektbezogen u.a. tätig für: Sprengel Museum Hannover, kestnergesellschaft, Staatsoper Hannover, Kleines Fest im Großen Garten, FB Bildung und Qualifizierung, Kommunaler Sozialdienst/Schulsozialarbeit, Creo e.V., Kulturkirche Markuskirche Hannover, SPOKUSA e.V., NaDu-Kinderhaus Sahlkamp, CJD Hannover - Zentrum für frühe Begabung und Förderung. Im Rahmen ihrer Arbeit hat und sucht sie zunehmend Kontakt und kreative Begegnungen mit Geflüchteten.

Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit: Dr. Ina Rust

Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Das ehrenamtliche Engagement zugunsten von Geflüchteten hat in den Jahren 2015/ 2016 in Deutschland einen Höhepunkt erreicht. Ehrenamtliche unterstützen dabei einzelne Menschen (Einzelfallarbeit in allen Lebensbereichen, z.B. Begleitung zu Banken, Arztterminen oder ins Jobcenter) oder machen gruppenbezogene Angebote (z.B. Sportkurse für Geflüchtete, private Sprachkurse, Nachhilfeangebote oder eine Mitmach-Fahrradwerkstatt). Einige helfen „nebenbei“, für andere wird das Helfen zu einer neuen Lebensaufgabe. So unterschiedlich das Engagement ist, so unterschiedlich sind Motive der Ehrenamtlichen, ihre Erfahrungen und Wertungen des Geschehenen. Im Rahmen von qualitativen Lehrforschungsprojekten wurden diese und weitere Aspekte in Interviews mit Ehrenamtlichen aus der Stadt und Region Hannover untersucht. Im Vortrag wird aus diesen berichtet und es wird ein Diskussionsimpuls gegeben.

Zur Person

Dr. Ina Rust studierte Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen. Seit 2011 arbeitet sie am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover im Bereich der qualitativen Methodenausbildung. Eines ihrer Forschungsinteressen ist der Bereich Geflüchtetenforschung. Sie ist Mitglied der Arbeitsstelle Diversität Migration Bildung (DiversitAS).

Ethnizität als reale Fiktion: PD Dr. Nina Clara Tiesler

Ethnizität als reale Fiktion – Diskursive Konstruktionen mit gesellschaftlicher Wirkungsmacht

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Die Wortschöpfung »ethnische Konflikte« kolportiert, dass Ethnizität Gewalt produzieren würde. Spätestens seit der fundierten Analyse des Bosnien Konflikts wissen wir, dass es sich andersherum verhält: Hier produzierte die Erfahrung von Gewalt Ethnizität. Was also ist Ethnizität? In der diskursiven Konstruktion gesellschaftlicher Gruppierungen und Großgruppen werden Herrschaftsverhältnisse und Etablierten-Außenseiter-Konfigurationen sichtbar. Gerade die prominenteste Form von Identitätspolitik, nämlich Ethnizität, organisiert dabei - wie auch immer definierte - »kulturelle« Unterschiede in Mustern sozialer Ungleichheit. Während die Entstehung und wechselnde Formen von Ethnizität gesellschaftlich konstruiert, situativ und historischen Zufällen unterworfen sind, haben ethnisierende Identitätspolitiken doch eine objektive Wirkungsmacht - und können im Alltagsbewusstsein in Zeiten von Traditionsverlust die Funktion einer Sinnplombe erfüllen.

Zur Person

PD Dr. Nina Clara Tiesler promovierte in Religionswissenschaft über Muslim_innen in Europa und Identitätspolitik (Hannover 2004) und war im Anschluss daran zehn Jahre am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon in der empirischen (Feld-)Forschung tätig. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Soziologische Theorie an der Leibniz Universität Hannover und habilitierte sich 2015 in der Soziologie und Kulturanthropologie mit einer Arbeit über die Entstehung von Ethnizität.

Flucht und Vertreibung: PD Dr. Eva Kalny

Flucht und Vertreibung – eine intersektionale Perspektive
Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2016

Flüchtlinge sind keine homogene Gruppe. Unterschiede auf Grund von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft oder sexueller Orientierung sowie unterschiedliche gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen bewirken neue Einschränkungen und Möglichkeiten für Menschen auf der Flucht. Diese Bandbreite an Erfahrungen wird anhand unterschiedlicher Beispiele und mithilfe des Konzepts der Intersektionalität analysiert, Konsequenzen für die Praxis werden erörtert.

Zur Person

Eva Kalny vom Institut für Soziologie (Arbeitsbereich Kulturanthropologie und Weltgeschichte) hat in Wien am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie über indigenes Gewohnheitsrecht und Menschenrechte in Guatemala dissertiert und in Hannover habilitiert. Neben ihrer Habilitationsschrift über soziale Bewegungen in Guatemala hat sie sich mit unterschiedlichen Ausprägungen des antimuslimischen Rassismus in Wien und Hannover befasst.

Fremdenfeindlichkeit: Prof. Dr. Rolf Pohl

(a) Das ›Eigene‹ und das ›Andere‹. Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; WiSe 2016/17

Was treibt Menschen dazu, sich abwertend, feindselig oder gar gewalttätig gegenüber denen, die ihnen fremd erscheinen, zu verhalten? Der Hass auf Fremde bei gleichzeitiger Selbstdefinition durch die Zugehörigkeit zu einer »überlegenen« Gruppe, »Rasse«, Kultur oder Nation ist irrational und trägt wahnhafte Züge. Individuell und kollektiv steht dabei ein unbewusster Mechanismus im Umgang mit dem »Eigenen« und dem »Anderen« im Mittelpunkt: Das im Innern abgespaltene und als fremd und bedrohlich empfundene Eigene wird auf äußere Feinde projiziert und stellvertretend an ihnen verfolgt. Was aber ist in diesem Zusammenhang eigentlich »das Fremde«? Und welche Rolle spielen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bei den aktuell wieder angestiegenen Ausbrüchen von Fremdenhass? Diesen Fragen wird sich der Vortrag aus einer sozialpsychologischen Sicht annähern.

(b) »Der Dreck muss weg«. Eine Einführung in die Sozialpsychologie des Rassismus

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; SoSe 2017

Der Kern der aktuellen Fremdenfeindlichkeit ist ein Rassismus, der mal traditionell im biologischen Gewand, mal als kultureller (Neo-)Rassismus auftritt. Gemeinsames Merkmal aller unterschiedlichen Formen ist eine politisierbare Störung der sozialen Wahrnehmung, die es scheinbar mühelos erlaubt, die als feindlich konstruierte und deswegen gehasste Fremdgruppe unter Bezug auf ihre angeblichen minderwertigen »Wesensmerkmale« zu diskriminieren, auszugrenzen und zu verfolgen. Der Vortrag wird den Ursachen, Erscheinungsformen und Wirkungsweisen des Rassismus aus einer sozialpsychologischen Perspektive nachgehen, wobei insbesondere die Projektion und ihre psychosoziale Bedeutung als Mittel der Abwehr persönlicher und sozialer Ängste im Mittelpunkt stehen werden.

(c) Was heißt »postfaktisches Zeitalter«? Zur Sozialpsychologie des aktuellen Rechtspopulismus

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«; WiSe 2017/2018

Populismus entsteht nicht aus dem Nichts, sondern immer im Gefolge ökonomischer Krisen, gesellschaftlicher Umbrüche und von Krisen der repräsentativen Demokratie. Er ist als Massenbewegung von der denunziatorischen Ablehnung von Eliten und Institutionen, einem Anti-Intellektualismus, von verschwörungstheoretischem Denken sowie einer aggressiven Polarisierung und Personalisierung geprägt, die sich vor allem auf den »gesunden Menschenverstand« (common sense) beruft. Damit geht eine starre Betonung des Gegensatzes von einfachem, »reinem« Volk und »korrupter« Elite einher. Wie entstehen solche ressentimentgeleiteten Massenbewegungen, was macht Menschen immer wieder anfällig für populistische Rhetorik und welche Rolle spielt dabei eine gezielte Propaganda, die beispielsweise von der AfD zunehmend selbst als »völkisch« ausgegeben wird? Diesen Fragen wird der Vortrag vor allem aus einer massenpsychologischen Sicht nachgehen.

Zur Person

Rolf Pohl war Professor für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover und befindet sich jetzt im Ruhestand. Er ist außerdem einer der Gründer der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz.

Geflüchtetsein: Dr. (des.) Mihaela Iclodean

Geflüchtetsein: Ein theaterpädagogischer Zugang

Workshop in Blockveranstaltungen

Wie ist es, sich fremd und unsicher zu fühlen? Diese Frage thematisiert der Workshop, indem theaterpraktische Spiele und Übungen erprobt und reflektiert werden. Auf diese Weise können die Teilnehmenden Grenzen erfahren und damit umgehen, es werden ihnen Perspektivwechsel und verschiedene Erfahrungen von Distanz und Nähe ermöglicht. Die Übungen zeigen, wie völlig ohne Sprache eine gewisse Intimität entstehen kann. Der Workshop liefert zudem viele praktische Tipps und Anregungen, wie man die Spiele auf den Sprachunterricht übertragen kann. Dabei stehen stets das gemeinsame Erleben und der Spaß im Vordergrund, es können durch Methoden der Theaterpädagogik aber auch so grundlegende Dinge wie Ausspracheschulung und Wortschatzarbeit unterstützt werden.

Zur Person

Mihaela Iclodean, aus Rumänien, kam zu Studienzwecken nach Deutschland. Nach einem Jahr Deutschunterricht studierte sie Sozialpsychologie, Soziologie und Anglistik. Parallel erhielt sie das Zertifikat Ästhetische Bildung und Gestaltung im Bereich Theater und Theaterpädagogik an der Universität Hannover.Von 2009 bis 2014 hatte sie eine Fest- anstellung als Musiktheaterpädagogin an der Staatsoper Hannover inne. Nach ihrer Dissertation im Fach Soziologie zu Interkulturellem Theater und Psycho- analyse arbeitet sie wieder freischaffend. 

     

Inclusive Citizenship Education - Prof. Dr. Dirk Lange

Inclusive Citizenship Education. Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa der Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit sozialer Ungleichheit. Der »Inclusive Citizenship Education« stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

Zur Person

Dirk Lange lehrt Didaktik der Politischen Bildung an den Universitäten Wien und Hannover. Er ist Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie (IDD). Neben den Forschungskonzepten »Bürgerbewusstsein« und »Inclusive Citizenship« liegen aktuelle Arbeitsschwerpunkte im Feld der Demokratiebildung, Historisch-politischen Didaktik und Migrationspolitischen Bildung.

Integration und Rassismuskritik: Florian Grawan

Rassismuskritik: Migrationsgesellschaftliche Perspektive(n)

Workshop und Reflexion in der Ferien- und Herbstwerkstatt

Der Workshop befasst sich kritisch mit Stereotypen und »Schubladendenken«, indem er mittels verschiedener praktischer Übungen auf spielerische Weise eigene Denkmuster und Kategorien enttarnt. So erhalten die Teilnehmenden Impulse zum Perspektivwechsel und werden angeregt, die Selbst- und Weltsichten anderer Menschen und auch deren spezifische Probleme zu reflektieren. Die praktischen Übungen werden durch Reflexions- und Kritikrunden ergänzt.

Migrationspädagogische Perspektiven auf ›Integration

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Integration zählt als eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere seitdem Deutschland von einer vermeintlichen ›Flüchtlingskrise‹ betroffen ist. Es kursieren daher Begriffe wie ›Fachkräftemangel‹, ›Willkommenskultur‹ und ›Blue Card‹. Integration erscheint in der öffentlichen Debatte aber immer mehr als eine »ideologische Leerformel« (Schrader/Nikles/Griese 1976), als Phänomen, das alles und nichts bedeutet. Was genau ist also unter Integration zu verstehen? Wie wird das Phänomen von staatlicher und medialer Seite konstruiert und welche ›Integrationspolitiken‹ gehen damit einher? Anhand von Beispielen sollen in dem Vortrag die Konstruktionen eines Gegenübers von ›Wir‹ und ›den Anderen‹ im Rahmen des Integrationsdispositivs dargestellt werden.

Zur Person

Florian Grawan von der Arbeitsstelle DiversitAS studierte Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Pädagogisches Fallverstehen an der Leibniz Universität Hannover. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berufspädagogik und Projektmitarbeiter im Verbundprojekt »Cultural Heritage als Ressource?«. Zu seinen Interessenschwerpunkten zählen Kritische Migrations- und Rassismusforschung, Migrationspädagogik/Diversity Education, Geflüchtetenforschung und Postcolonial Studies.

Interkulturelles und Diversity-Training: Helga Barbara Gundlach

Interkulturelles und Diversity-Training

Workshop und Austausch in der Augustwerkstatt, 2017

Interkulturelle oder Diversity-Kompetenz wird heute stark nachgefragt. Doch was verbirgt sich dahinter? Ist es wichtig, viel über andere Kulturen zu wissen oder erst einmal über die eigene kulturelle Prägung nachzudenken? Der Workshop will für das Thema sensibilisieren bzw. Vorwissen einordnen und vertiefen. Anhand verschiedener lebendiger Methoden werden Bezüge zu konkreten Beispielen in der Kommunikation mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung hergestellt. 

Zur Person

Helga Barbara Gundlach ist seit 2007 Lehrbeauftragte bei der Arbeitsstelle DiversitAS. Nach internationalen Tätigkeiten im künstlerischen und Veranstaltungsbereich studierte sie Religionswissenschaft und machte zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Interkulturelle Kompetenz/Diversity, Pädagogik/Methodik, Beratung/Psychologie und Arbeitswissenschaft. Als freiberufliche Trainerin und Beraterin ist sie u.a. für mehrere Kommunen und Ministerien tätig, insbesondere aber auch für Kitas, Schulen, diverse Bildungsträger und soziale Einrichtungen. Sie ist nach  dem Konzept Xpert Culture Communication Skills® zertifiziert, dort langjährig im Beratungsausschuss aktiv und als Regionalbeauftragte für weitere Trainer_innen zuständig. 

Intersektionalität als Perspektive: Dr. Catharina Peeck

Geschlecht, Klasse, Ethnizität und…? Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

Das Konzept Intersektionalität schließt an feministische Debatten um die vielfältigen Diskriminierungen von Frauen unterschiedlicher Positionierung an. Sie haben Stichworte wie »triple oppression« oder Mehrfachunterdrückung hervorgebracht und die Kategorien Geschlecht, Klasse und Rasse/Ethnizität thematisiert. Intersektionalität verwirft diese Strukturkategorien nicht, verweist aber darauf, dass sie miteinander verwoben, situativ unterschiedlich wirksam und mit anderen Kategorien (z.B. Alter, Behinderung, sexuelle Orientierung) verknüpft sein können. Daran anschließend setzt sich der Vortrag mit der Frage auseinander, wie Intersektionalität als Perspektive auf die Migrationsgesellschaft nützlich ist. Anhand des Beispiels muslimischer Frauen soll diskutiert werden, wie Ungleichheiten im Hinblick auf ihre Wechselwirkungen analysiert werden können und welche politischen Strategien daraus entstehen können.

Zur Person

Dr. (des.) Catharina Peeck arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Soziologische Theorie am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover und hat ihre Dissertation über die Rolle von Geschlecht in der britischen Antiterrorstrategie im vergangenen Jahr abgeschlossen. Aktuelle Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Geschlechterforschung, Versicherheitlichung und Soziale Bewegungen.

Migration und Gedächtnis: PD Dr. Gerd Sebald

Migration und Gedächtnis. Überlegungen auf der Basis von Alfred Schütz’ »Der Fremde. Ein sozialpsychologischer Versuch«

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, WiSe 2017/2018

Einer der klassischen Texte der Migrationssoziologie ist »Der Fremde« von Alfred Schütz. Schütz ist selbst 1938/39 mit seiner Familie in die USA emigriert und analysiert in dem Text die Erfahrung eines Neuankömmlings. In dem Vortrag wird Herr Dr. Gerd Sebald anhand dieses Textes Gedächtnisleistungen und -formen im Migrationsprozess herausarbeiten und auf einige Lücken in Schütz' Analyse hinweisen, die anhand aktueller Studien gefüllt werden sollen.

Zur Person

PD Dr. Gerd Sebald arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Erlangen. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Wissenssoziologie, Mediensoziologie und soziale Gedächtnisse. Er ist Redakteur und Herausgeber in der Edition der Alfred Schütz Werkausgabe.

Religiöse Diversität: Prof. Dr. Wanda Alberts

Religiöse Diversität als Gegenstand schulischen Unterrichts

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

In diesem Vortrag wird in europäischer Perspektive der Frage nachgegangen, in welchen Kontexten und unter welchen Rahmenbedingungen Schüler in unterschiedlichen europäischen Ländern über religiöse Diversität lernen. Hierbei werden die unterschiedlichen Vorannahmen der Modelle analysiert, d.h. welche Art von Lernen über Religionen und Religion in der Schule in welchen Kontexten als möglich und wünschenswert betrachtet wird. Als Ort gemeinsamen Lernens über unterschiedliche Religionen kommen besonders Modelle des integrativen (d.h. gemeinsamen, von religiöser oder nicht-religiöser Zugehörigkeit unabhängigen) Religionsunterrichts in den Blick, wie er beispielsweise in Skandinavien verpflichtend ist. Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Unterrichts werden bezüglich seines Verhältnisses zum Recht auf Religionsfreiheit anhand von Beispielen aufgezeigt. Abschließend wird erläutert, zu welchen Arten schulischen Lernens über Religion/en die säkulare Religionswissenschaft als Bezugsdisziplin in Betracht kommt.

Zur Person

Wanda Alberts ist Professorin für Religionswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover und hat Verantwortung für die religionswissenschaftliche Lehrerausbildung für das Fach "Werte und Normen". Gemeinsam mit Tim Jensen leitet sie die Working Group on Religion in Public Education der European Association for the Study of Religions (EASR). Sie hat zu Modellen schulischen Lernens über religiöse Diversität in unterschiedlichen Ländern geforscht und an der Universität Bergen in Norwegen ein religionswissenschaftliches Lehrerausbildungsprogramm aufgebaut.

Solidarische Bildung: Prof. Dr. Paul Mecheril

Für solidarische Bildung in der globalen Gesellschaft. Migrationspädagogische Überlegungen

Vortrag in der Reihe »mittwochs um vier«, SoSe 2017

»Migration« ist ein grundlegendes Kennzeichen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die mit Migrationsphänomenen einhergehenden Wandlungsprozesse betreffen hierbei nicht allein spezifische gesellschaftliche Bereiche, sondern vielmehr Strukturen und Prozesse der Gesellschaft im Ganzen. Problembeschreibungen sind hierbei charakteristisch für das Verhältnis von Pädagogik und Migration. In meinem Vortrag möchte ich zunächst diese Herausforderung genauer skizzieren und anschließend den Ansatz der Migrationspädagogik vorstellen. Migrationspädagogik kann als Einladung zu einer Praxis des Denkens, Sprechens und Handelns verstanden werden, die versucht, Dominanzverhältnisse der Migrationsgesellschaft zu erkennen und Bedingungen zu erkennen, die es möglich machen, dass weniger Dominanz erforderlich ist. Die Frage, was es wohl hieße in der Migrationsgesellschaft gebildet zu sein, steht im Mittelpunkt meines Vortrags.

Zur Person

Prof. Dr. Paul Mecheril lehrt am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und ist Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies. An der Universität Münster promovierte er in Psychologie, an der Universität Bielefeld habilitierte er sich im Fach Erziehungswissenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen und Bildung. 

Spielend verstehen: Nicola Bongard

Spielend verstehen und zusammen lernen

Workshop und Austausch in der Spätsommer- und Herbstwerkstatt

Der Workshop soll einen produktiven Austausch über verschiedene  Herangehensweisen und Methoden in der künstlerischen Zusammenarbeit mit erwachsenen Geflüchteten und deren Kindern ermöglichen. Wie geht man mit Sprachbarrieren um bzw. umgeht die klassische Aufteilung in Lernende und Lehrende, wie erreiche ich die Teilnehmenden mit einer verspielten Leichtigkeit, wie entlocke ich jenseits von Sprache den Menschen, was sie bewegt und was sie bereits mitbringen? Spielformen aus dem theaterpädagogischen und dem Bereich des kreativen Schreibens werden vorgestellt. Mögliche Themen werden eruiert, Problemstellen aufgezeigt und diskutiert, verschiedene Ansätze praktisch erprobt.

Zur Person

Nicola Bongard, Jahrgang 1965, ist Diplom-Kulturpädagogin und arbeitet seit vielen Jahren als Dramaturgin, Autorin und Regisseurin in der freien Theaterszene Niedersachsens. Sie leitet außerdem Schreibworkshops und bringt im Zusammenschluss mit anderen Kulturschaffenden Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte auf die Bühne. Ihre bisherigen Produktionen sind auf ihrer Webseite Pepperworth Produktionen zu finden.

Zusammen lernen: Franziska Aeschlimann

Spielend verstehen und zusammen lernen

Workshop in der Augustwerkstatt, 2017

Der Workshop soll einen produktiven Austausch über verschiedene  Herangehensweisen und Methoden in der künstlerischen Zusammenarbeit mit erwachsenen Geflüchteten und deren Kindern ermöglichen. Wie geht man mit Sprachbarrieren um bzw. umgeht die klassische Aufteilung in Lernende und Lehrende, wie erreiche ich die Teilnehmenden mit einer verspielten Leichtigkeit, wie entlocke ich jenseits von Sprache den Menschen, was sie bewegt und was sie bereits mitbringen? Es werden Spielformen aus dem theaterpädagogischen Bereich vorgestellt und praktisch ausprobiert. Mögliche Themen werden eruiert, Problemstellen aufgezeigt und erläutert, warum kreative Methoden auch für Geflüchtete ein wunderbarer Weg zum Lernen und Ankommen ist.

Zur Person 

Franziska Aeschlimann ist Schauspielerin, Regisseurin und Workshopleiterin im Freien Theater boat people projekt in Göttingen. Seit vielen Jahren arbeitet  boat people projekt schwerpunktmäßig mit Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. In einer Unterkunft für Geflüchtete leitet sie einen Bewegungstheater-Workshop für Frauen und Mädchen. Außerdem ist sie freiberuflich als Coach und Trainerin für Präsentation und Kommunikation tätig.

 

 

  • Radhika Natarajan und Prof. Dr. Paul Mecheril vor dem Vortrag zu solidarischer Bildung

    Prof. Dr. Paul Mecheril: Solidarische Bildung

  • Prof. Dr. Rolf Pohl

    Prof. Dr. Rolf Pohl: Fremdenfeindlichkeit

  • Prof. Dr. Julia Gillen: Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance?

    Prof. Dr. Julia Gillen: Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance?

  • Dr. Rafael Ugarte Chacón: Ästhetiken des Zugangs

    Dr. Rafael Ugarte Chacón: Ästhetiken des Zugangs

  • Dr. Isabel Sievers hält einen Vortrag über Diversität in der Schule

    Dr. Isabel Sievers: Diversitätssensible Bildungsarbeit

  • PD Dr. Eva Kalny in der Aprilwerkstatt

    PD. Dr. Eva Kalny: Menschenrechte

  • Dr. Catharina Peeck definiert Intersektionalität

    Dr. Catharina Peeck: Intersektionalität als Perspektive

  • Katja Krause: Dreimal K

    Katja Krause: Dreimal K

  • Prof. Dr. Paul Mecheril: Solidarische Bildung

    Prof. Dr. Paul Mecheril: Solidarische Bildung

  • Kreative Schreibwerkstatt in der Spätsommerwerkstatt

    Nicola Bongard: Spielend verstehen

  • Dr. Michaela Iclodean bei einer theaterpädagogischen Übung in der Herbstwerkstatt

    Dr. Mihaela Iclodean: Geflüchtetsein

  • Prof. Dr. Wanda Alberts informiert die Anwesenden zu religiöser Diversität in der Schule

    Prof. Dr. Wanda Alberts: Religiöse Diversität

  • Vortrag zu Gehörlosentheater in der Aprilwerkstatt

    Dr. Rafael Ugarte Chacón: Ästhetiken des Zugangs

  • Prof. Dr. Rolf Pohl hält einen Vortrag über die Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit

    Prof. Dr. Rolf Pohl: Fremdenfeindlichkeit

  • Franziska Aeschlimann: Spielend verstehen und zusammen lernen

    Franziska Aeschlimann: Spielend verstehen und zusammen lernen

  • Prof. Dr. Julia Gillen: Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance?

    Prof. Dr. Julia Gillen: Berufliche Aus- und Weiterbildung als zweite Chance?

  • Irmhild Schrader und Radhika Natarajan

    Irmhild Schrader: Unterstützungsarbeit - Auf Augenhöhe mit Geflüchteten?!

  • Hans Fredeweß und die Teilnehmenden reflektieren über das Bewegungsexperiment

    Hans Fredeweß: Community Dance - Tanz als integratives Medium

  • Florian Grawan und Radhika Natarajan

    Florian Grawan: Integration und Rassismuskritik

  • Irmhild Schrader: Bilder und Stereotypen

    Irmhild Schrader: Bilder und Stereotypen

  • Helga Barbara Gundlach - Diversity Training

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