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Ablauf und Inhalte

Kristin Tschernig referiert im Rahmen der Januarwerkstatt über Schreiben in der Bildungssprache Deutsch

Schreiben in der Bildungssprache Deutsch
(Kristin Tschernig)

»Gerade die Naturwissenschaften in den Schulen besitzen eine reiche Bildungssprache«

Den Auftakt der Veranstaltung bildete Kristin Tschernig vom Projekt Leibniz-Prinzip mit ihrem Thema »Schreiben in der Bildungssprache«. Neben einer Einführung in die verschiedenen Sprachregister sowie ihre jeweiligen Funktionen und Verwendungsformen, fokussierte sich die Vortragende auf die Bildungssprache und die mit ihr einhergehenden Anforderungen. Dabei sollte bedacht werden, dass in den Schulen die Vermittlung der Bildungs-/Fachsprache, gerade auch in naturwissenschaftlichen Fächern, ein notwendiges Ziel sei. Zur Verdeutlichung erarbeitete das Plenum verschiedene Lösungen einer Physikaufgabe und untersuchte diese auf ihre bildungssprachlichen Merkmale.

Peggy Zander referiert im Rahmen der Januarwerkstatt über die Risiken von und den Schutz vor Diskriminierung

Diskriminierung: Risiken und Schutz in Hannover: Was tun für eine diskriminierungsfreie Stadt?!
(Peggy Zander)

»Wichtig ist nicht, ob jemand dich diskriminieren wollte, sondern ob du dich diskriminiert fühlst!«

Den zweiten Input der Januarwerkstatt gab Peggy Zander von der Antidiskriminierungsstelle Hannover. Wann wird jemand diskriminiert und wie können wir, du und ich damit umgehen? Wo kann Hilfe gefunden werden und wie wird rechtlich mit Diskriminierungsfällen umgegangen? Diese Fragen können einerseits durch das vor über zehn Jahren in Kraft getretene bundesrepublikanische Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beantwortet werden. Aber auch die Praxiserfahrungen der Referentin boten ein breites Spektrum an interessanten Einblicken in die Tätigkeitsfelder der Antidiskriminierungsstelle in Hannover. Zum Ende wurde dem Plenum die Möglichkeit geboten, sich selbst mit einigen Fällen auseinanderzusetzen und diese vorzustellen.

In der Januarwerkstatt werden Lehrwerke untersucht

Unterstützende Sprachangebote: Lehrwerke, Improvisation und mehr
(Radhika Natarajan)

»Wie geht’s und wie ist das Wetter?«

Die Einführung in den zweiten Teil der Blockveranstaltung bot die aus den eigenen Reihen stammende Radhika Natarajan. Ganz dem Werkstattcharakter entsprechend, arbeitete die Vortragende gemeinsam mit dem Plenum grundsätzliche Ziele und Methoden der DaF/DaZ (Deutsch als Fremd- und Zweitsprache) Vermittlung heraus. Hierzu wurden den Werkstattteilnehmenden unterschiedliche Lehrwerke ausgehändigt, welche nach ausgiebiger Zeit vorgestellt und besprochen wurden. Damit jedoch die Methodenvielfalt der Sprachvermittlung nicht außer Acht gelassen wird, wurden seitens der Vortragenden auch noch musikalische Aufgabentypen aufgegriffen. Mit dem Lied »Wie geht´s und wie ist das Wetter« können typische Phrasen der Alltagskommunikation eingeführt, durch das Mitsingen spielerisch erlernt und ganz dem »Ohrwurm« gemäß längerfristig behalten werden.

Mihaela Iclodean erprobt mit den Teilnehmenden der Januarwerkstatt theaterpädagogische Methoden

Geflüchtetsein: Ein theaterpädagogischer Zugang
(Mihaela Iclodean)

»Wenn ich dann auf die Bühne trete, dann bin ich da, dann bin ich authentisch.«

Mihaela Iclodean vom Niedersächsischen Staatstheater weiß, dass sich Sprache nicht nur verbal äußert, sondern dass der Körper eines ihrer wichtigsten Instrumente bildet. Warum dann nicht auch diesen bei der Sprachvermittlung einsetzen? Mit praktischen Tipps und spielerischen Zugängen zeigte die Theaterpädagogin unseren Teilnehmenden facettenreiche Übungen, die sich gut in der Arbeit mit Geflüchteten einsetzen lassen. Das »Spiegelspiel« sowie das »Bewegen zur Musik« können ganz ohne Worte durchgeführt werden. Aber auch ein Vokabeltraining lässt sich pantomimisch erfassen und in interaktiven Übungen, wie dem »Silbenwerfen«, vertiefen. »Einige Übungen kann man gut ausbauen und der eigenen Unterrichtsklasse entsprechend anpassen«, merkte eine Teilnehmerin der Werkstatt während der Reflexionsphase an. Anschließend wurden die jeweiligen Übungen auf ihre Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht hin analysiert. Mihaela Iclodean hat es auch diesmal wieder geschafft, die Teilnehmenden durch simple und spaßige Übungen aufzulockern und sich näherzubringen.

Mirko Widdascheck gibt den Teilnehmenden der Januarwerkstatt eine umfassende Einführung in das Asylrecht

Einführung in das Asylrecht
(Mirko Widdascheck)

»Der Familiennachzug ist ein Recht der Geflüchteten«

Mit Einblicken in die rechtlichen Grundsätze des Asylrechts beendete Mirko Widdascheck mit seinem Vortrag die Januarwerkstatt. Der Referent konnte aus seiner Tätigkeit in der Refugee Law Clinic berichten und anhand dieser Erfahrungen das Asylrecht und die Schwierigkeiten, die sich im Umgang mit diesem ergeben, ausführlich vermitteln. Auch Nichtjurist_innen wurde dadurch die Möglichkeit gegeben, in die Welt der Paragraphen einzutauchen. Vor allem die Thematik des Familiennachzuges und die Folgen für die in Deutschland lebenden Geflüchteten boten Aufklärungsbedarf. Warum dürfen Geflüchtete mit einem subsidiären Schutzstatus ihre Familien nicht nachholen, während ihnen das vor drei Jahren noch möglich war? Mit welchen Institutionen kommen diese Menschen in Berührung und welche Rechte stehen ihnen zu? Dank Mirko Widdascheck hat sich die eine oder andere Frage der Teilnehmenden klären können.

(sch)