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Stimmen der Teilnehmenden

Erlebnispädagogischer Ansatz mit Yildiz Demirer

In der vorlesungsfreien Sommerzeit kamen engagierte Studierende zur zehnten Blockveranstaltung der LeibnizWerkstatt und bereicherten sie mit ihren Fragen, Anregungen und Beiträgen. Zum Schluss jedes einzelnen Tages wurden sie gebeten, einige Sätze als Zusammenfassung oder Reflexion zu den angebotenen Blöcken zu verfassen. Den letzten Block am Freitagnachmittag stellte Werkstatt Plus, ein weiteres Angebot der LeibnizWerkstatt, dar. 

Gedanken aus einem Migrant_innenverein mit Elvira Koop

Statt eines vom Team erstellten Resümees lassen wir hier unsere Teilnehmenden mit ihrer Sicht der Dinge über die praxisnahe und bewegungsreiche Augustwerkstatt zu Worte kommen. Zu jedem Block sind hier drei bis fünf Rückmeldungen zusammengetragen, die sowohl den Ablauf als auch die Wirkung der einzelnen Beiträge wiedergeben. Ein großer Dank an die Engagierten, dass wir ihr Feedback hier anonymisiert und gendergerecht (leicht vereinheitlicht) weitergeben dürfen.

Ausklappen

16.08.2017 Sprache durch Bewegung

»Das Lernverhalten der Menschen ist individuell, sodass auch Unterricht methodisch, inhaltlich und praktisch vielfältig, multisensorisch wirken kann/soll. Vor allem handlungsorientierte Lernformen, die auch mit Bewegung verbunden sind, erweitern die sensorische Wahrnehmung von Wissensinhalten. Sicherlich gilt dies nicht nur für das Sprachenlernen, sondern ebenso für die generelle Vermittlung von Wissen.«

»Durch Bewegung und Sport können direkte und indirekte Sprechanlässe geschaffen werden, die sich auf die mündliche Beschreibung der Ausführung einer Bewegung, den Austausch über Sportarten oder sich auf das gemeinsame Spiel beziehen können. Zudem geht die Neurodidaktik von einem höheren Lernerfolg aus, wenn man durch bzw. mit Bewegung eine Sprache erlernt.«

»Dieser Inputvortrag hat mir zwei wesentliche Erkenntnisse geschafft: auch im Sportunterricht kann man Spracherwerb fördern und zwar durch die Verknüpfung mit Motorik. Zuvor habe ich es immer für gut befunden, die Geflüchteten für den Sportunterricht zur Sozialisation mit ihrer Regelklasse zusammenzubringen. Doch Marius hat Argumente geliefert, warum der Sportunterricht auch im Verband der Sprachlernklasse sinnvoll ist.«

16.08.2017 Theaterpädagogischer Sprachzugang

»Spiel, Spaß und »in einer Gruppe interagieren« sind die Schlagworte, die ich zu dem theaterpädagogischen Zugang gewählt habe. Zusammen lachen, gemeinsam spielen, sich durch die Gruppe bestärkt fühlen sind Komponenten, die das Sprachenlernen »spielerisch« und nicht rein kognitiv ermöglichen.«

»Die niedrigschwelligen Angebote des boat people projects ›empowern‹ Menschen zunächst durch Partizipation. Verlässlichkeit und Vertrauen sind äußerst wichtig für diese Arbeit, welche vielfältige Möglichkeiten der Verständigung und des gemeinsamen Wirkens jenseits der deutschen Sprache findet.«

»Franziska Aeschlimann hat uns viele ausbaufähige und an den Kontext gut anpassbare Möglichkeiten aufgezeigt, um Sprache und Spiel miteinander zu verbinden. Mein anfängliches Erkenntnisinteresse lag darin, ob theaterpädagogische Elemente auch sinnvoll in den Unterricht einzubinden seien, ohne dass die Lehrkraft eine schauspielbezogene Ausbildung hat. Franziska hat uns gezeigt, dass auch schauspielerisch wenig anspruchsvolle Spiele dazu führen können, dass eine Verknüpfung mit der Lebenswelt der Sprachlernenden stattfindet und so die Sprache praxisbezogener erlernt werden kann.«

16.08.2017 Handlungsorientierter Unterricht

»Zu einem außerschulischen Lernort kann fast jeder Ort werden. Anlässe zum Reden, Sprechen und zum Austausch finden sich überall. Neben dem Lernen der Sprache können weitere Informationen und Kompetenzen erworben werden.«

»Handlungsorientierter Unterricht, der z.B. in Museen stattfindet, ermöglicht Lernen auf vielseitige Art und Weise. Neben der eigenständigen Informationsbeschaffung und -bearbeitung werden Recherche- und Präsentationskompetenzen sowie visuelle Fähigkeiten geschult. Vermutlich weckt auch das Verlassen der örtlich gebundenen Institution Schule die Lernfreude der SuS.«

»Wolfgang Menneckes Vortrag beleuchtete eine alternative Herangehensweise an Sprachunterricht, der selbstbestimmt und handlungsbezogen war. Er kritisierte dabei auch die Lernenden, welche immer noch produkt- und ergebnisbezogene Anforderungen haben, die Schule aber mittlerweile eher Kompetenzen ausbilden soll. Der Anspruch an mehr Handlungsorientierung ist generell zu befürworten (...). Bereits erlernte grammatikalische Einheiten und der Wortschatz sollten allerdings unbedingt am Handlungsprodukt vertieft werden.«

17.08.2017 Niederschwellige Sprachangebote und berufsbezogene Kurse

»kargah e.V. leistet wichtige interkulturelle Stadtteilarbeit in Hannover Linden aber auch weit darüber hinaus. Vor allem das angesprochene Prinzip der ›offenen Tür‹ nach dem die Menschen bei kargah arbeiten, finde ich extrem wichtig für die angstfreie Begegnung der Menschen dort miteinander.«

»Der Verein bietet ein großes Angebot an Sprachlernkursen und Beratungen für Geflüchtete. Die Menschen können sich bei kargah austauschen, Informationen erhalten und gemeinsam lernen. Die Herausforderungen der Kurse sind vor allem, mit der Heterogenität der Teilnehmenden und ihren Sprachkenntnissen umzugehen und binnendifferenziert zu arbeiten. Vor allem lohnt sich ein Blick auf die verwendeten Materialien bzw. Lehrwerke, denn oftmals realisieren die Texte und Übungsaufgaben nicht das »alltägliche Wissen«, sodass sich die Lehrperson mit den Übungen und ihrer Sinnhaftigkeit auseinandersetzen sollte.«

»Die Vorstellung von kargah hat mich gleichermaßen beeindruckt und motiviert sowie auch, man könnte vielleicht sagen »geplättet«. Ich fand sehr motivierend zu hören, wie viel sich in der Arbeit mit Migrant_innen und Geflüchteten bereits zum Positiven verändert hat. Z.B. von den verschiedenen Ansätzen, nur in der Muttersprache oder nur in der Fremdsprache zu unterrichten, hatte ich zwar im Studium gehört, konnte mir aber bisher kaum vorstellen, dass die tatsächlich in dieser Form Anwendung gefunden haben. Um so schöner ist es zu hören, dass es Fortschritte in diesem Bereich gibt. Dennoch kommen immer neue Herausforderungen hinzu und es ist schade, dass so viele Entscheidungen nach wie vor von oben diktiert werden.«

»Elvira Koop von kargah e.V. zeigte uns die vielfältigen Angebote des Vereins, welcher neben Sprachkursen noch viele weitere berufs- und lebensweltbezogene Anlaufstellen für Geflüchtete anbietet. Durchzogen wird die Arbeit von kargah von einer besonderen Wertschätzung, die Elvira und ihre Kolleg_innen den Geflüchteten entgegenbringen, welche u.a. in der Politik der »offenen Tür« realisiert wird.«

17.08.2017 Kooperation: Kita - Eltern - Grundschule

»Die erfolgreiche Kooperation zwischen Eltern und den Lehrkräften (Schule) ist vor allem durch gegenseitigen Respekt, Vertrauen, Transparenz und Kommunikation gekennzeichnet. Um ein gutes Lernklima zu ermöglichen, ist es von Vorteil, eine Ko-Konstruktion zu schaffen (betzarta). Zudem wird an eine vorurteilsbewusste bzw. -sensible Bildung appelliert, die Barrieren wie die Monokulturalität der Schule sowie Vorurteile und Stereotypen analysiert und aufgreift.«

»Heteronormative Vorstellungen können durch vorurteilsbewusste Arbeit aufgebrochen und reflektiert werden. Transparenz und Verständnis sowie das Hinterfragen vereinfachender Stereotype können diese Strukturen verändern und ein gegenseitiges Verstehen ermöglichen.«

»Kathrin Hormann vom Institut für Sonderpädagogik beschrieb die wichtige Kooperation zwischen Eltern und Schule, welche unter Beteiligung beider Lebenswelten sehr förderlich für die Bildung und Erziehung eines Kindes sein kann. Probleme und Förderung können so durch beiderseitige Wertschätzung, Kommunikation auf Augenhöhe und die Bereitschaft, etwas voneinander zu lernen, bearbeitet und erreicht werden. Besonders anschlussfähig fand ich die die Hauptaussage eher nur tangierende Bemerkung, dass Stereotype nicht verhindert werden können, aber immer bewusst reflektiert werden sollten.«

17.08.2017 Interkulturelles und Diversity Training

»Diesen Block fand ich sehr spannend, und ich habe wieder neue Anregungen bekommen, was man evtl mit SuS machen kann. Das Prinzip von Beobachten, Bewerten und Interpretieren war mir zwar nicht neu, dennoch finde ich es immer wieder wichtig, dass man sich ins Gedächtnis ruft, dass wir alle unterschiedlich kommunizieren und vieles bestimmt falsch verstanden wird. (...)«

»Man kann sich fast vor sich selbst erschrecken, wenn man nach diesen ›wenigen‹ Übungen bemerkt, welche versteckten normativen Vordeutungen man selbst unbewusst vornimmt. Nur durch die ständige Selbstreflexion und Dazulernen kann kooperative Kommunikation in vielerlei Gesprächs- und Handlungssituationen erfolgreich gelingen.«

»Helga Barbara Gundlach widmete sich im zweiten Abschnitt ihres Vortrags vor allem dem Begriff der Kultur, welcher gerade in der Debatte um eine Leitkultur virulent im Diskurs steht. Die kritische Reflexion des Kulturbegriffs erachte ich als sehr wichtig, da Kultur immer wieder als Legitimation für Exklusion genutzt wird und Diversität im Zuge dessen homogenisiert werden soll. Dieser Entwicklung ist entschieden entgegenzuwirken und Prozesse voranzutreiben, die Ambiguitätstoleranz fördern.«

18.08.2017 Asylverfahren Praxis und Flüchtlingsunterkunft

»Warum fliehen Menschen aus ihrer Heimat? Welche Gründe haben sie und wie fühlen sie sich, wenn sie in ein neues Land, in eine neue und unbekannte Umgebung kommen? Diesen Fragen konnten wir uns im Austausch und durch ein Rollenspiel auf emotionaler Ebene annähern. Die theoretische Annäherung, wie es für die Menschen dann weiter im Asylverfahren geht und welche »Stationen« sie durchlaufen müssen, haben wir anhand des Asylrechts mit seinen diversen Termini vermittelt bekommen.«

»Die Referentin wirkte aufgrund der eignen Fluchterfahrung und der Offenheit, darüber zu sprechen, sehr authentisch. Sie verdeutlichte die Situation einiger Flüchtlinge, vor allem das Warten.«

»Mir hat die Idee gut gefallen, uns die Flucht und auch das Ausharren in einer Flüchtlingsunterkunft nachfühlen zu lassen. Ich finde, dass man das mit mehr Leuten, auch gerade Schüler_innen machen sollte, damit Leute ein größeres Verständnis für diese Situation entwickeln. Yildiz Demirer als Person hat mich beeindruckt, da sie nach wie vor so viel Engagement zeigt, obwohl sie schon so viel erlebt hat.«

 

 

18.08.2017 Beiträge aus der Werkstatt

»Neben dem Erwerb der richtigen Aussprache ist die Schrift Grundlage für den weiteren Spracherwerb. In Alphabetisierungskursen (A0) wird den Teilnehmenden die lateinische Schrift beigebracht. Dabei sind viele Dinge zu beachten; angefangen von der notwendigen Motorik über die Abfolge des Buchstabenzeichnens bis hin zum »richtigen« Aussprechen des Lautes (›b‹ nicht ›be‹). Zudem sollten Wörter in Chunks gelernt werden und die Nomen mit ihrem jeweiligen Artikel.«

»Ich fand die Idee gut, auch mit SuS, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, Exkursionen zu machen und eben die Aufgaben daraufhin anzupassen. Außerdem hat Siham einige Dinge genannt, auf die ich erst einmal nicht geachtet hätte, wie z.B. dass man das A von der linken Seite anfangen sollte. Insgesamt würde ich gerne einmal mit einem Alphabetisierungskurs arbeiten, da ich mir diese Aufgabe sehr spannend vorstelle.«

»Gemäß dem pädagogischen Grundsatz »vom Bekannten zum Unbekannten« kann auch die Wortschatzarbeit erfolgen. Durch visuelle, auditive oder verbale Mittel können Vokabeln erlernt werden. Zudem helfen Entschlüsselungsstrategien den Lernenden, auf Wort-, Satz- oder Textebene den Inhalt zu verstehen.«

»Es war mir ein großes Anliegen, Erfahrungsberichte aus der Praxis zu hören, um zu lernen, wie die verschiedenen Kurse ablaufen und auf welche besonderen Herausforderungen man sich vorbereiten muss. Außerdem empfand ich den Input und die Übung zur Wortschatzvermittlung und -erschließung als hilfreich.«

»Beim Fertigkeitentraining hat mir besonders der Tipp gefallen, unterschiedliche Wörter im Text zu schwärzen, damit die Schüler_innen bemerken, dass sie einen Text auch verstehen, wenn sie nicht jedes Wort kennen. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Außerdem denke ich, sollte man nicht aus den Augen verlieren, was man eigentlich wollte. Z.B. fand ich die Diskussion darum, ob das Urlaubsbild, zu dem eine Geschichte geschrieben werden sollte, nun die Ankunft im Heimatland oder Zuhause darstellen soll, ziemlich unproduktiv. Letztlich geht es ja darum, dass die SuS eine kohärente Geschichte schreiben und Zeiten richtig anwenden usw. Und ich denke, man sollte sich immer wieder bewusst machen, was eigentlich das Ziel ist. In dem Zusammenhang fand ich auch den Hinweis von Yildiz gut, dass es in Deutschland ständig darum geht, Deutsch zu lernen, man aber dabei den individuellen Menschen nicht aus den Augen verlieren sollte.«

16.08.2017 Sprache durch Bewegung

»Das Lernverhalten der Menschen ist individuell, sodass auch Unterricht methodisch, inhaltlich und praktisch vielfältig, multisensorisch wirken kann/soll. Vor allem handlungsorientierte Lernformen, die auch mit Bewegung verbunden sind, erweitern die sensorische Wahrnehmung von Wissensinhalten. Sicherlich gilt dies nicht nur für das Sprachenlernen, sondern ebenso für die generelle Vermittlung von Wissen.«

»Durch Bewegung und Sport können direkte und indirekte Sprechanlässe geschaffen werden, die sich auf die mündliche Beschreibung der Ausführung einer Bewegung, den Austausch über Sportarten oder sich auf das gemeinsame Spiel beziehen können. Zudem geht die Neurodidaktik von einem höheren Lernerfolg aus, wenn man durch bzw. mit Bewegung eine Sprache erlernt.«

»Dieser Inputvortrag hat mir zwei wesentliche Erkenntnisse geschafft: auch im Sportunterricht kann man Spracherwerb fördern und zwar durch die Verknüpfung mit Motorik. Zuvor habe ich es immer für gut befunden, die Geflüchteten für den Sportunterricht zur Sozialisation mit ihrer Regelklasse zusammenzubringen. Doch Marius hat Argumente geliefert, warum der Sportunterricht auch im Verband der Sprachlernklasse sinnvoll ist.«

16.08.2017 Theaterpädagogischer Sprachzugang

»Spiel, Spaß und »in einer Gruppe interagieren« sind die Schlagworte, die ich zu dem theaterpädagogischen Zugang gewählt habe. Zusammen lachen, gemeinsam spielen, sich durch die Gruppe bestärkt fühlen sind Komponenten, die das Sprachenlernen »spielerisch« und nicht rein kognitiv ermöglichen.«

»Die niedrigschwelligen Angebote des boat people projects ›empowern‹ Menschen zunächst durch Partizipation. Verlässlichkeit und Vertrauen sind äußerst wichtig für diese Arbeit, welche vielfältige Möglichkeiten der Verständigung und des gemeinsamen Wirkens jenseits der deutschen Sprache findet.«

»Franziska Aeschlimann hat uns viele ausbaufähige und an den Kontext gut anpassbare Möglichkeiten aufgezeigt, um Sprache und Spiel miteinander zu verbinden. Mein anfängliches Erkenntnisinteresse lag darin, ob theaterpädagogische Elemente auch sinnvoll in den Unterricht einzubinden seien, ohne dass die Lehrkraft eine schauspielbezogene Ausbildung hat. Franziska hat uns gezeigt, dass auch schauspielerisch wenig anspruchsvolle Spiele dazu führen können, dass eine Verknüpfung mit der Lebenswelt der Sprachlernenden stattfindet und so die Sprache praxisbezogener erlernt werden kann.«

16.08.2017 Handlungsorientierter Unterricht

»Zu einem außerschulischen Lernort kann fast jeder Ort werden. Anlässe zum Reden, Sprechen und zum Austausch finden sich überall. Neben dem Lernen der Sprache können weitere Informationen und Kompetenzen erworben werden.«

»Handlungsorientierter Unterricht, der z.B. in Museen stattfindet, ermöglicht Lernen auf vielseitige Art und Weise. Neben der eigenständigen Informationsbeschaffung und -bearbeitung werden Recherche- und Präsentationskompetenzen sowie visuelle Fähigkeiten geschult. Vermutlich weckt auch das Verlassen der örtlich gebundenen Institution Schule die Lernfreude der SuS.«

»Wolfgang Menneckes Vortrag beleuchtete eine alternative Herangehensweise an Sprachunterricht, der selbstbestimmt und handlungsbezogen war. Er kritisierte dabei auch die Lernenden, welche immer noch produkt- und ergebnisbezogene Anforderungen haben, die Schule aber mittlerweile eher Kompetenzen ausbilden soll. Der Anspruch an mehr Handlungsorientierung ist generell zu befürworten (...). Bereits erlernte grammatikalische Einheiten und der Wortschatz sollten allerdings unbedingt am Handlungsprodukt vertieft werden.«

17.08.2017 Niederschwellige Sprachangebote und berufsbezogene Kurse

»kargah e.V. leistet wichtige interkulturelle Stadtteilarbeit in Hannover Linden aber auch weit darüber hinaus. Vor allem das angesprochene Prinzip der ›offenen Tür‹ nach dem die Menschen bei kargah arbeiten, finde ich extrem wichtig für die angstfreie Begegnung der Menschen dort miteinander.«

»Der Verein bietet ein großes Angebot an Sprachlernkursen und Beratungen für Geflüchtete. Die Menschen können sich bei kargah austauschen, Informationen erhalten und gemeinsam lernen. Die Herausforderungen der Kurse sind vor allem, mit der Heterogenität der Teilnehmenden und ihren Sprachkenntnissen umzugehen und binnendifferenziert zu arbeiten. Vor allem lohnt sich ein Blick auf die verwendeten Materialien bzw. Lehrwerke, denn oftmals realisieren die Texte und Übungsaufgaben nicht das »alltägliche Wissen«, sodass sich die Lehrperson mit den Übungen und ihrer Sinnhaftigkeit auseinandersetzen sollte.«

»Die Vorstellung von kargah hat mich gleichermaßen beeindruckt und motiviert sowie auch, man könnte vielleicht sagen »geplättet«. Ich fand sehr motivierend zu hören, wie viel sich in der Arbeit mit Migrant_innen und Geflüchteten bereits zum Positiven verändert hat. Z.B. von den verschiedenen Ansätzen, nur in der Muttersprache oder nur in der Fremdsprache zu unterrichten, hatte ich zwar im Studium gehört, konnte mir aber bisher kaum vorstellen, dass die tatsächlich in dieser Form Anwendung gefunden haben. Um so schöner ist es zu hören, dass es Fortschritte in diesem Bereich gibt. Dennoch kommen immer neue Herausforderungen hinzu und es ist schade, dass so viele Entscheidungen nach wie vor von oben diktiert werden.«

»Elvira Koop von kargah e.V. zeigte uns die vielfältigen Angebote des Vereins, welcher neben Sprachkursen noch viele weitere berufs- und lebensweltbezogene Anlaufstellen für Geflüchtete anbietet. Durchzogen wird die Arbeit von kargah von einer besonderen Wertschätzung, die Elvira und ihre Kolleg_innen den Geflüchteten entgegenbringen, welche u.a. in der Politik der »offenen Tür« realisiert wird.«

17.08.2017 Kooperation: Kita - Eltern - Grundschule

»Die erfolgreiche Kooperation zwischen Eltern und den Lehrkräften (Schule) ist vor allem durch gegenseitigen Respekt, Vertrauen, Transparenz und Kommunikation gekennzeichnet. Um ein gutes Lernklima zu ermöglichen, ist es von Vorteil, eine Ko-Konstruktion zu schaffen (betzarta). Zudem wird an eine vorurteilsbewusste bzw. -sensible Bildung appelliert, die Barrieren wie die Monokulturalität der Schule sowie Vorurteile und Stereotypen analysiert und aufgreift.«

»Heteronormative Vorstellungen können durch vorurteilsbewusste Arbeit aufgebrochen und reflektiert werden. Transparenz und Verständnis sowie das Hinterfragen vereinfachender Stereotype können diese Strukturen verändern und ein gegenseitiges Verstehen ermöglichen.«

»Kathrin Hormann vom Institut für Sonderpädagogik beschrieb die wichtige Kooperation zwischen Eltern und Schule, welche unter Beteiligung beider Lebenswelten sehr förderlich für die Bildung und Erziehung eines Kindes sein kann. Probleme und Förderung können so durch beiderseitige Wertschätzung, Kommunikation auf Augenhöhe und die Bereitschaft, etwas voneinander zu lernen, bearbeitet und erreicht werden. Besonders anschlussfähig fand ich die die Hauptaussage eher nur tangierende Bemerkung, dass Stereotype nicht verhindert werden können, aber immer bewusst reflektiert werden sollten.«

17.08.2017 Interkulturelles und Diversity Training

»Diesen Block fand ich sehr spannend, und ich habe wieder neue Anregungen bekommen, was man evtl mit SuS machen kann. Das Prinzip von Beobachten, Bewerten und Interpretieren war mir zwar nicht neu, dennoch finde ich es immer wieder wichtig, dass man sich ins Gedächtnis ruft, dass wir alle unterschiedlich kommunizieren und vieles bestimmt falsch verstanden wird. (...)«

»Man kann sich fast vor sich selbst erschrecken, wenn man nach diesen ›wenigen‹ Übungen bemerkt, welche versteckten normativen Vordeutungen man selbst unbewusst vornimmt. Nur durch die ständige Selbstreflexion und Dazulernen kann kooperative Kommunikation in vielerlei Gesprächs- und Handlungssituationen erfolgreich gelingen.«

»Helga Barbara Gundlach widmete sich im zweiten Abschnitt ihres Vortrags vor allem dem Begriff der Kultur, welcher gerade in der Debatte um eine Leitkultur virulent im Diskurs steht. Die kritische Reflexion des Kulturbegriffs erachte ich als sehr wichtig, da Kultur immer wieder als Legitimation für Exklusion genutzt wird und Diversität im Zuge dessen homogenisiert werden soll. Dieser Entwicklung ist entschieden entgegenzuwirken und Prozesse voranzutreiben, die Ambiguitätstoleranz fördern.«

18.08.2017 Asylverfahren Praxis und Flüchtlingsunterkunft

»Warum fliehen Menschen aus ihrer Heimat? Welche Gründe haben sie und wie fühlen sie sich, wenn sie in ein neues Land, in eine neue und unbekannte Umgebung kommen? Diesen Fragen konnten wir uns im Austausch und durch ein Rollenspiel auf emotionaler Ebene annähern. Die theoretische Annäherung, wie es für die Menschen dann weiter im Asylverfahren geht und welche »Stationen« sie durchlaufen müssen, haben wir anhand des Asylrechts mit seinen diversen Termini vermittelt bekommen.«

»Die Referentin wirkte aufgrund der eignen Fluchterfahrung und der Offenheit, darüber zu sprechen, sehr authentisch. Sie verdeutlichte die Situation einiger Flüchtlinge, vor allem das Warten.«

»Mir hat die Idee gut gefallen, uns die Flucht und auch das Ausharren in einer Flüchtlingsunterkunft nachfühlen zu lassen. Ich finde, dass man das mit mehr Leuten, auch gerade Schüler_innen machen sollte, damit Leute ein größeres Verständnis für diese Situation entwickeln. Yildiz Demirer als Person hat mich beeindruckt, da sie nach wie vor so viel Engagement zeigt, obwohl sie schon so viel erlebt hat.«

 

 

18.08.2017 Beiträge aus der Werkstatt

»Neben dem Erwerb der richtigen Aussprache ist die Schrift Grundlage für den weiteren Spracherwerb. In Alphabetisierungskursen (A0) wird den Teilnehmenden die lateinische Schrift beigebracht. Dabei sind viele Dinge zu beachten; angefangen von der notwendigen Motorik über die Abfolge des Buchstabenzeichnens bis hin zum »richtigen« Aussprechen des Lautes (›b‹ nicht ›be‹). Zudem sollten Wörter in Chunks gelernt werden und die Nomen mit ihrem jeweiligen Artikel.«

»Ich fand die Idee gut, auch mit SuS, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, Exkursionen zu machen und eben die Aufgaben daraufhin anzupassen. Außerdem hat Siham einige Dinge genannt, auf die ich erst einmal nicht geachtet hätte, wie z.B. dass man das A von der linken Seite anfangen sollte. Insgesamt würde ich gerne einmal mit einem Alphabetisierungskurs arbeiten, da ich mir diese Aufgabe sehr spannend vorstelle.«

»Gemäß dem pädagogischen Grundsatz »vom Bekannten zum Unbekannten« kann auch die Wortschatzarbeit erfolgen. Durch visuelle, auditive oder verbale Mittel können Vokabeln erlernt werden. Zudem helfen Entschlüsselungsstrategien den Lernenden, auf Wort-, Satz- oder Textebene den Inhalt zu verstehen.«

»Es war mir ein großes Anliegen, Erfahrungsberichte aus der Praxis zu hören, um zu lernen, wie die verschiedenen Kurse ablaufen und auf welche besonderen Herausforderungen man sich vorbereiten muss. Außerdem empfand ich den Input und die Übung zur Wortschatzvermittlung und -erschließung als hilfreich.«

»Beim Fertigkeitentraining hat mir besonders der Tipp gefallen, unterschiedliche Wörter im Text zu schwärzen, damit die Schüler_innen bemerken, dass sie einen Text auch verstehen, wenn sie nicht jedes Wort kennen. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Außerdem denke ich, sollte man nicht aus den Augen verlieren, was man eigentlich wollte. Z.B. fand ich die Diskussion darum, ob das Urlaubsbild, zu dem eine Geschichte geschrieben werden sollte, nun die Ankunft im Heimatland oder Zuhause darstellen soll, ziemlich unproduktiv. Letztlich geht es ja darum, dass die SuS eine kohärente Geschichte schreiben und Zeiten richtig anwenden usw. Und ich denke, man sollte sich immer wieder bewusst machen, was eigentlich das Ziel ist. In dem Zusammenhang fand ich auch den Hinweis von Yildiz gut, dass es in Deutschland ständig darum geht, Deutsch zu lernen, man aber dabei den individuellen Menschen nicht aus den Augen verlieren sollte.«