Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Leibniz School of Education
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Leibniz School of Education
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Ablauf und Inhalte

Beim Workshop zu Unterstützungsarbeit »auf Augenhöhe« mit Geflüchteten wird ein Video analysiert

Grundlagen, Unterstützungsarbeit »auf Augenhöhe« und Intensivsprachkurse

Am ersten Tag folgte auf eine Einführung in das Projekt und die Grundlagen des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache ein Workshop mit Irmhild Schrader von der Arbeitsstelle DiversitAS zu der Frage, inwieweit Unterstützungsarbeit »auf Augenhöhe« mit Geflüchteten möglich ist. Zu diesem Zweck führte sie ein Video vor, das anschließend in Kleingruppen analysiert wurde. Als Ergebnisse der Diskussionen kann man festhalten: Irritationen entstehen auf beiden Seiten durch Unverständnis. Historisch und wirtschaftlich geprägte Ungleichheit sorgt dafür, dass der Kontakt nicht auf Augenhöhe stattfindet. Das Video bringt das Thema Selbstbestimmung auf den Punkt; Ehrenamtliche sollten die Kultur der Geflüchteten besser kennenlernen. Und obwohl das Video einiges auslässt und vielfach zu kritisieren ist, bringt es doch die Problematik auf den Punkt und liefert wichtige Denkanstöße. So ist insbesondere ein Perspektivwechsel seitens der Helfenden notwendig, um die konkreten Bedarfe der Geflüchteten zu ermitteln und auf dieser Grundlage angemessene Unterstützung leisten zu können. Im Anschluss berichteten Mitarbeitende des Fachsprachenzentrums im Rahmen der Vortragsreihe »mittwochs um vier« von ihren Erfahrungen mit dem neuen Kurskonzept D-intensiv, das Geflüchtete und andere internationale Studierende in studienvorbereitenden Deutsch-Intensivkursen auf das Studium an einer deutschen Hochschule vorbereitet.

Söhnke Post berichtet in der Juniwerkstatt von den Aufgaben einer Lehrperson in einer Sprachlernklasse

Theaterpädagogik, Deutscherwerb in Berufsschule und Gymnasium und Mehrsprachigkeit

Der zweite Tag startete mit einem »Klassiker« der LeibnizWerkstatt: In einem Workshop über theaterpädagogische Zugänge zur Arbeit mit Geflüchteten, den Mihaela Iclodean vom Niedersächsischen Staatstheater anbot, konnten die Teilnehmenden die Methoden im geschützten Rahmen selbst erproben und über das Erlebte reflektieren. Auf den Theaterworkshop folgte ein größerer Block zum Thema Deutscherwerb in Schulen: Zunächst berichtete Ariane Steuber vom Projekt Leibniz-Prinzip von einem Seminar, in dessen Rahmen sie mit Studierenden eine Sprachförderklasse an einer Berufsschule begleitet hat. Im Anschluss befasste sich Söhnke Post, Lehrer am Hannah-Arendt-Gymnasium Barsinghausen, näher mit den Aufgaben einer Lehrperson in einer Sprachlernklasse und mit dem DaZ-Unterricht im Allgemeinen, wobei er auch viel aus der eigenen Praxis berichtete, mit den Zuhörenden in Dialog trat und ihnen Tipp für den weiteren Werdegang als angehende Lehrkräfte gab. Der Tag wurde beschlossen durch einen Austausch zum Thema Mehrsprachigkeit, ergänzt durch Analyse von DaF/DaZ-Lehrwerken.

Auch Gruppenposen gehören zum Tanztraining

Traumapädagogik, Asylrecht und moderner Tanz

Der dritte und letzte Tag startete mit zwei weiteren und stets beliebten »LeibnizWerkstatt-Klassikern«: Zunächst referierte Heinrich-Böll-Stipendiat Christoph Müller unter dem Titel »Flucht. Trauma. Pädagogik« über psychosoziale Aspekte im Kontext von Zwangsmigration, wobei er sich im Kern damit befasste, wie ein Trauma entsteht, sich verfestigt und äußert, und welche Lösungsansätze es gibt, um mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen umzugehen. Anschließend gab Mirko Widdascheck von der Refugee Law Clinic e.V. den Anwesenden eine umfassende Einführung in das Asylrecht, welche sich insbesondere mit dem Ablauf des Asylverfahrens sowie dessen möglichen Ergebnissen befasste. Den Abschluss bildete ein gänzlich neuer Ansatz: Unter dem Titel »Community Dance: Tanz als integratives Medium« gab Hans Fredeweß von der Compagnie Fredeweß den Anwesenden einen Einblick in seine Arbeit. Auf ein Bewegungsexperiment zum Einstieg, bei dem die Teilnehmenden am eigenen Leib erfahren konnten, wie sich Tanz mit der Compagnie Fredeweß anfühlt, folgte eine Reflexions- und Diskussionsrunde mit methodischen Anmerkungen. Anschließend wurde ein Video mit Impressionen von einem Tanzprojekt mit geflüchteten Kindern gezeigt und Herr Fredeweß berichtete umfassend und sehr interessant aus seiner Praxis. Der Input mündete in eine angeregte Diskussion über Themen wie Körperkontakt, Erfahrungen mit Schulklassen und die Schwierigkeit, als geflüchtete Person einem Verein beizutreten. Diese Diskussion schloss die Juniwerkstatt ab, die für alle Anwesenden wieder einmal außerordentlich inspirierend war.