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»mittwochs um vier«

»Wenn die Echse regiert, ist die Vernunft ausgeschaltet« - diesen und andere Kernaspekte der Traumapädagogik brachte uns Marianne Herzog vom Schweizer Institut für Psychotraumatologie am 25.05.2016 in einem außerordentlich interessanten, anschaulichen und praxisnahen Vortrag nahe:

  • Was ist ein seelisches Trauma, wie entsteht es und was passiert dabei im Gehirn?
  • Wie entstehen Übertragungsphänomene, was passiert dabei konkret und wie kann ich ihnen entgegenwirken?
  • Der ›sichere Ort‹ als Hilfe, mit traumatischen Erlebnissen umzugehen – wie kann ich Sicherheit herstellen, vermitteln und dauerhaft aufrechterhalten?

Das Wissen darum, was im Gehirn passiert, wenn nicht mehr die Vernunft regiert, kann uns dabei helfen, Traumatisierte besser zu verstehen und ihnen angemessener zu begegnen. Hierbei ist wichtig, zu beachten, dass Traumatisierte sich aus ihrer Perspektive aus völlig »normal« verhalten und sie gar nicht anders können – Trauma, Angst und Panik sind kognitiven Zugängen versperrt. Daher ist in diesem Zusammenhang auch eine Verhaltenstherapie kontraproduktiv, da sie Scham auslösen und so verhindern kann, dass die traumatischen Ereignisse verarbeitet werden. Gleichzeitig müssen wir stets bemüht sein, Übertragungen zu meiden und in unserem Selbst zu ruhen. Nur so können wir uns sicher fühlen und nur so können wir unsererseits Anderen die nötige Sicherheit bieten.

Der Vortrag wurde durch Hinweise auf hilfreiches Material (Videos, Bücher, Musik) ergänzt und endete mit einem angeregten Austausch zwischen Vortragender und Teilnehmenden.

Am 15.06.2016 wird PD Dr. Eva Kalny vom Institut für Soziologie die Themen Flucht und Vertreibung aus einer intersektionalen Perspektive heraus beleuchten. Alle sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen!