Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Leibniz School of Education
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Leibniz School of Education
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Kapitel II Gegenwärtiges: Staatlich-gesellschaftlicher Widerhall auf Fluchtmigration

Die ‚Orbánisierung‘ des deutschen Flüchtlingsrechts: Verschärfungen des rechtlichen Rahmens und die Bedeutung qualifizierter Rechtsberatung

Abstract: Das Flüchtlingsrecht soll den Opfern von Krieg und Verfolgung Schutz bieten. Doch im internationalen Bereich regieren vermehrt Abschottung und Fremdenfeindlichkeit. Diesen Einflüssen scheinen sich auch die deutsche Politik und das deutsche Flüchtlingsrecht in den letzten Jahren nicht verschließen zu können. Das Asylverfahren wurde durch zahlreiche Gesetzesinitiativen verschärft und auch die Zuerkennung des Flüchtlingsschutzes begrenzt. Für Menschen mit dem ‚minderen‘ subsidiären Schutz wurde der Familiennachzug zudem ausgesetzt. Auch an den europäischen Außengrenzen werden Menschenrechte mit Füßen getreten. Es ist daher Zeit für eine menschlichere Flüchtlingspolitik und eine Gewährleistung des Familiennachzugs.

Zivilgesellschaftlich-ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete und von Geflüchteten – ein doppelter Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe

Abstract: In dem Aufsatz wird die Argumentation vertreten, dass das zivilgesellschaftlich-ehrenamtliche Engagement ein zweifacher Integrationsschlüssel ist: Zum einen weist das Engagement von Einheimischen für Geflüchtete eine besondere, persönliche Qualität auf – insbesondere im Vergleich zur hauptamtlichen Integrationsarbeit. Zum anderen können Geflüchtete selbst durch Engagement sowohl in niedrigschwelliger als auch in institutionell organisierter Weise in Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) einen wichtigen Schritt zur gleichberechtigten Teilhabe machen. Zivilgesellschaftlich-ehrenamtliches Engagement soll dabei zwar nicht als Allheilmittel überhöht werden, seine vielfältigen Potenziale könnten aber besser erschlossen werden, denn aktuell werden die Chancen, die sich daraus ergeben, noch nicht voll ausgeschöpft. Informationen und Bewusstseinsbildung sind hierbei nicht nur für einheimische, sondern auch für geflüchtete Engagierte von Bedeutung.

8 Ein Verein und sein Engagement für Migrations- und Flüchtlingsarbeit. Bildungsangebote für Geflüchtete und Migrant_innen bei kargah 

Abstract: Der Beitrag stellt den interkulturellen Verein kargah e. V., dessen Werdegang, Grundgedanken und Besonderheiten, Bildungsangebote und Entwicklungsperspektiven vor. kargah ist ein gemeinnütziger Verein, der sich sozial und politisch engagiert und unabhängig von Parteien und Religionen ist. Der Verein versteht sich als ein Bildungs-, Beratungs-, Kultur- und Begegnungsort. kargah zeichnet sich durch vier Besonderheiten aus, nämlich interkulturelle Arbeit, einen ganzheitlichen Ansatz, Frauenförderung und Netzwerkarbeit. Im Kern des Beitrags steht die Bildungsarbeit: Der Verein bietet eine große Zahl von Deutsch- und anderen Sprachkursen an, daneben gibt es Angebote zur Politischen Bildung, verschiedene berufsbezogene Projekte und auch PC-Kurse. kargah, als eine der bedeutendsten Migrant_innenorganisationen in Niedersachsen, möchte, aufbauend auf dieser Position, nicht nur die eigenen Angebote konsequent weiterentwickeln, sondern auch andere Organisationen ermutigen, ihre Bildungsarbeit intensiver zu evaluieren und die Qualität ihrer Bildungsangebote zu erhöhen.

9 Zum Verständnis im Umgang mit Menschen mit Traumafolgestörungen

Abstract: Personen, die mit Geflüchteten zusammenarbeiten, sollten sich jederzeit bewusst sein, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass die Person ihnen gegenüber an einer psychischen Erkrankung leidet. Es erscheint daher sinnvoll, eine Vorstellung vom Erleben und Verhalten von Personen mit Traumafolgestörungen zu haben und daraus für die ehrenamtliche oder lehrende Tätigkeit angemessene Handlungsmöglichkeiten abzuleiten, um mehr Handlungssicherheit zu erlangen. Entsprechend wird im Folgenden geklärt, was unter einem Trauma verstanden wird, und ein Überblick über Erleben und Verhalten bei psychischen Erkrankungen gegeben, die in Folge eines erlebten Traumas auftreten können. Im Weiteren wird auf Schutz- und Risikofaktoren eingegangen sowie auf interkulturelle Aspekte zu Ausdruck und Verständnis psychischer Erkrankungen. Daraus abgeleitet werden günstige Rahmenbedingungen für Gespräche mit Menschen, die unter einer Traumafolgestörung leiden, wie auch günstiges Gesprächsverhalten. Zum Abschluss werden Unterstützungssysteme genannt, die den ehrenamtlich oder lehrend Tätigen und den Betroffenen zur Verfügung stehen.

 

Kapitel IKapitel IIKapitel IIIKapitel IVKapitel VKapitel VI