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Kapitel IV Jugendliche und Erwachsene: Außerschulische Kontexte


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Berufliche Weiterbildung als zweite Chance? Herausforderungen für den Umgang mit Diversität und die Arbeit mit Geflüchteten

Abstract: Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf über die Erstausbildung stellt derzeit ein zentrales Handlungsfeld der beruflichen Aus- und Weiterbildung dar. Doch auch dieser Bereich des deutschen Bildungssystems unterliegt stabilen Selektions- und Segmentationsmechanismen. Ausgehend davon sind in der beruflichen Aus- und Weiterbildung besondere Integrationspotenziale zu erkennen, während sich zugleich soziale Ungleichheit von Bildungschancen auch und besonders für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund etablieren. Im vorliegenden Beitrag wird eine Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung für Menschen mit Migrationshintergrund vorgenommen. Er basiert im ersten Teil auf einer Studie, die die Autorin in Co-Autorenschaft für die Hans-Böckler-Stiftung erarbeitet hat. Vor dem Hintergrund eines Begriffs von sozialer Gerechtigkeit, der sowohl auf die Gleichverteilung des Zugangs zu Weiterbildung setzt als auch die Stärkung der individuellen Fähigkeiten beinhaltet, wird abschließend die Frage gestellt, inwieweit die berufliche Aus- und Weiterbildung eine zweite Chance in individuellen Biographien darstellen kann und welche spezifischen Integrationspotenziale sowie Maßnahmen und Instrumente sich dafür aktuell ausweisen lassen.

16 Spracherwerb in beruflichen Kontexten: Handlung, Tätigkeit und Sprache

Abstract: Im vorliegenden Beitrag werden handlungs- und tätigkeitsorientiertes Lernen als unterschiedliche Zugänge für den Spracherwerb in beruflichen Kontexten gegenübergestellt. Unter Rückgriff auf die Handlungsregulationstheorie sowie theoretische Ansätze zum Situierten Lernen und zum Lernen im Arbeitsprozess werden zunächst zwei unterschiedliche Paradigmen im didaktischen Konzept der Handlungsorientierung erörtert. Zudem werden die Funktionen von Sprache in beiden Lernzugängen betrachtet, um deren Potenziale im Hinblick auf einen ressourcenorientierten Spracherwerb insbesondere für geflüchtete junge Menschen zu verdeutlichen. Aus der Gegenüberstellung geht hervor, dass handlungsorientiertes Lernen in einem klassischen Verständnis mit hohen Anforderungen im Hinblick auf das Beherrschen formeller und fachsprachlicher Register einhergeht, während ein Verständnis von Handlungsorientierung im Sinne eines tätigkeitsorientierten und situierten Ansatzes Lernenden auch einen niedrigschwelligen Einstieg in den berufsbezogenen Spracherwerb ermöglicht.

17 Integrationskurse: Wandel durch Migrationspolitik

Abstract: Seit der Einführung der Integrationskurse im Jahr 2005 hat sich die Beschaffenheit der Teilnehmendengruppen verändert. Besonders stark ist diese Veränderung seit 2015 zu spüren, denn durch die Einreise mehrerer hunderttausender Flüchtlinge – darunter vieler Jugendlicher – wurde die anfängliche Überzahl an Altzugewanderten durch die der Neuzugewanderten abgelöst. Dies hat Auswirkungen auf den Unterricht und die Unterrichtsgestaltung sowie auf Ergebnisse der Abschlussprüfungen, die sich immer weiter verschlechtern. Dabei sollte man im Kontext der zunehmenden Zahl junger Zugewanderter mit teils klaren Bildungs- und Berufswünschen versucht sein, geeignete Kursformate zu konzipieren, die sie besonders fördern würden, um das auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geforderte sprachliche Niveau zu erreichen. Als Voraussetzung dafür gelten ausgebildete schriftsprachliche Fertigkeiten, deren Spezifika und Entwicklung in diesem Beitrag u. a. analysiert werden.

18 Wo Ich bin, bist auch Du. Spielerische Zugänge zu Fremdheit im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingssituation

Abstract: Im Kontext einer schnellen gesellschaftlichen Veränderung, bei der Migrant_innen und Geflüchtete eine immer brisantere Rolle spielen, befasst sich der vorliegende Beitrag mit drei von der Autorin geleiteten Theaterprojekten, bei denen der Fokus auf der eigenen Stimme der o. g. Zielgruppe liegt. Bei einem von ihnen handelt es sich um ein langjähriges interdisziplinär-empirisches Forschungsprojekt, welches zur Entwicklung einer autobiografischen Methode führte. Das Vierphasenmodell, welches eine Verflechtung der biografischen theaterpädagogischen Methode Köhlers und der Spieltheorie Winnicotts ist, wird vorgestellt. Zwei weitere Projekte belegen die Anwendbarkeit des von der Autorin entwickelten Modells in Bezug auf Selbstreflexion und Sprachunterricht. Dabei wurde die Psychoanalyse als ein weiteres Analyse-Instrument herangezogen. Hierbei handelt es sich um ein Verständnis der Psychoanalyse jenseits der Couch – also in einem nicht-therapeutischen Kontext –, im Sinne einer nicht-pathologisierenden Haltung gegenüber den Teilnehmenden.

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