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Kapitel III Kinder und Jugendliche: Schulische Kontexte

10 Bildungszugänge und –barrieren in der Migrationsgesellschaft. Aktuelle Ansätze, Diskurse und Beobachtungen im Kontext von Neumigration

Abstract: Migrierten in der Migrationsgesellschaft Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung und in der Folge zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wird bereits seit vielen Jahren als die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe bezeichnet. Seit 2005 ist die Förderung der sogenannten ‚Integration‘ auch über das Zuwanderungsgesetz als staatliche Aufgabe verankert. Bildung sei der entscheidende Schlüssel zur sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Integration. Die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe gehört somit formal zu den zentralen schul- und bildungspolitischen Themen. Doch trotz dieser seit vielen Jahren bekannten ‚Zauberformel‘ bestehen für zahlreiche Gruppen noch immer vielfältige Barrieren beim Zugang und Durchlaufen des Bildungssystems und damit Hürden bei der gesellschaftlichen Teilhabe. Der Blick auf die Gruppe Neuzugewanderter, zu der Geflüchtete sowie Migrierte aus der Europäischen Union zählen, bildet dabei eine Reflexionsfolie für eine Auseinandersetzung mit aktuellen Ansätzen und Maßnahmen – vor allem im Kontext Schule. Hier gilt es aktuelle Diskurse zu kontextualisieren und stets die Erfahrungen der Vergangenheit zu reflektieren und einzubeziehen.

11 Sprachliche Hürden im deutschen Schulsystem – die Bedeutung sprachsensiblen Unterrichts

Abstract: Ergebnisse aus internationalen Schulleistungsstudien wie PISA deuten darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte und/oder aus bildungsfernen Familien im deutschen Schulsystem benachteiligt sind. Ein wichtiger Grund dafür scheint zu sein, dass sie in geringerem Maß über das in der Schule geforderte Register der Fach- und Bildungssprache verfügen. Dieses Register im Unterricht durch ‚leichte‘ Sprache zu ersetzen, ist keine Option, denn es ist untrennbar mit Begriffsbildung und der Konstruktion von Wissen verbunden. Darüber hinaus ermöglicht es den Austausch komplexer Informationen und dient der interdisziplinären Kommunikation zwischen Wissenschaftler_innen. Will man Schülerinnen und Schüler beim Erwerb von Fach- und Bildungssprache unterstützen, empfiehlt es sich, das Thema Sprachförderungnicht allein Sache des Sprachunterrichts sein zu lassen. Vielmehr sollten in allen Fächern grundsätzlich sowohl die fachlichen als auch die sprachlichen Anforderungen berücksichtigt werden.

12 Schulische Willkommenskultur: Aspekte der pädagogischen Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen in Sprachlernklassen

Abstract: Der Artikel beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der pädagogischen Arbeit von Schulen mit geflüchteten Jugendlichen. Hierbei wird die Schule als ein Ort der Willkommenskultur und Integration skizziert, der durch bestimmte strukturelle und organisatorische Faktoren ermöglicht wird. Diesbezüglich wird auf Besonderheiten einer interkulturellen pädagogischen Perspektive eingegangen, die sich auf den Sprach- und Wissenserwerb der geflüchteten Jugendlichen auswirkt. Daneben geht es um die externen und internen Einflussebenen, die auf die Beschulung geflüchteter Jugendlicher einwirken, wie etwa psychosoziale Faktoren und Aspekte der Lernsozialisation. In einem weiteren Schritt wird der Fokus auf die konkrete Unterrichtssituation gelegt und das besondere Vermittlungspotenzial von Literatur erörtert. In diesem Kontext werden unterrichtspraktische Erfahrungen (Herder, Wedekind, Brecht, Borchert und de Cesco) dargestellt und didaktisch analysiert.

13 Sprachförderung und Integration im und durch Sportunterricht

Abstract: Am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover wurde 2016 das Projekt Sprachförderung und Integration im und durch Sportunterricht durchgeführt. In einer zugehörigen Lehrveranstaltung des Wahlpflichtbereiches wurde dazu der Sportunterricht schulischer Sprachlernklassen betrachtet. Nachdem zunächst theoretische Grundlagen zur Optimierung von spracherwerbs- und integrationsförderndem Sportunterricht gelegt wurden, erfolgten danach Hospitationen und eigene studentische Unterrichtsversuche in acht verschiedenen Sprachlernklassen. Wesentliche Elemente der Lehrveranstaltung wurden mittels forschenden Lernens vermittelt, sodass die Studierenden parallel ausgewählte Aspekte der Wirksamkeit von sprach- und integrationsförderndem Sportunterricht evaluierten und eigenständig beforschten.

14 Der „sichere Ort“: Traumapädagogik aus der Praxis für die Praxis

Abstract: Das Wissen um mögliche Vorgänge im Gehirn bei traumatisierten Menschen und das traumapädagogische Konzept eines „sicheren Ortes“ stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags. Praxisnah wird darauf eingegangen, welche Effekte traumatische Erlebnisse auf das menschliche Gehirn unter Belastung haben können. Mögliche Übertragungsphänomene gilt es als pädagogisch Handelnde zu erkennen und aufzubrechen bzw. von vornherein zu vermeiden. Hilfreich sind hier das „Dramadreieck“ und das Konzept des „guten Grundes“. Besonders wichtig ist es demnach, sich im Umgang mit traumatisierten Menschen stets vor Augen zu führen, dass ihr Verhalten gute Gründe hat, die nichts mit einem selbst zu tun haben. Diese Themen erläutert der Beitrag anhand von anschaulichen Fallbeispielen aus der Praxis der Autorin und kommt zu dem Fazit, dass beim Umgang mit belasteten Menschen das Herstellen eines „sicheren Ortes“ mit maximaler Verlässlichkeit und Transparenz von zentraler Wichtigkeit ist.

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